VW-Aktionäre wollen Kauf von Porsche verhindern

(c) AP (Thomas Kienzle)
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Die Fondmanager befürchten, dass der Kaufpreis für Porsche zu hoch angesetzt sein könnte. Analysten gehen jedoch weiter davon aus, dass der Deal wie geplant über die Bühne geht.

Wien (ag./jaz).Ferdinand Piëch ist Aufsichtsratschef von VW. Piëch ist gleichzeitig aber auch Großaktionär von Porsche. Und VW ist gerade dabei, Porsche zu kaufen. Diese drei Fakten sorgen nun bei zwei VW-Aktionären – dem deutschen Fonds DWS und dem norwegischen Staatsfonds NBIM – für Ärger. Die Fonds befürchten nämlich, dass der Kaufpreis für Porsche zu hoch angesetzt sein könnte.

„Warum soll VW Porsche kaufen? Um den Eigentümern einen guten Preis zu geben, oder ist es eine strategische Entscheidung? Wir befürchten, dass die beiden Familien (Porsche und Piëch, Anm.) auf Kosten der anderen Aktionäre davon profitieren“, schrieb Anne Kvam von NBIM in einem veröffentlichten Brief an den VW-Aufsichtsrat. DWS-Manager Henning Gebhardt meinte indes zum „Handelsblatt“: „Wir haben bisher wenig Auskünfte erhalten, wie VW auf die Bewertung von 12,4 Mrd. Euro für Porsche gekommen ist.“ Sein Fonds wünsche sich mehr „Transparenz“ in der Sache.

Analysten gehen jedoch weiter davon aus, dass der Deal wie geplant über die Bühne geht. NBIM und DWS sind zwar beide mit mehreren hundert Mio. Euro in VW investiert. Im Verhältnis zu den anderen Großaktionären – aufgrund der versuchten, aber gescheiterten Übernahme ist Porsche mit 53 Prozent der Aktien immer noch Hauptaktionär, daneben hält das Land Niedersachsen rund 20 Prozent – haben sie jedoch kaum Einfluss auf die Firma. NBIM kündigte trotzdem an, weiter gegen die Übernahme vorgehen zu wollen. Mit welchen Mitteln, ist aber noch offen.

Magna: Zähe Verhandlungen

Eher zäh gestaltet sich auch die Finalisierung des Kaufs von Opel durch Magna. So sind Großbritannien, Spanien und Belgien immer noch nicht mit dem Übernahmekonzept einverstanden und verweigern die Gewährung von Staatshilfen. Dies ist für Deutschland jedoch wichtig, da die Deutschen die Hilfe im Gesamtausmaß von 4,5 Mrd. Euro auf mehrere Schultern verteilen möchten.

Am Freitag gab es daher ein neuerliches Treffen der Ländervertreter mit Magna in Berlin. Der spanische Industrieminister Miguel Sebastián meinte danach, Spanien könne vorerst noch keine Hilfszahlungen übernehmen. Die für kommende Woche geplante Vertragsunterzeichnung solle verschoben werden. Kritische Stimmen gibt es aber zunehmend auch in Deutschland. So bezeichnete der FDP-Vizechef Rainer Brüderle die Pläne von Magna als „unausgegoren“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.10.2009)

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