JP Morgan-Tochter kauft Constantia Packaging AG

The headquarters of JPMorgan Chase
The headquarters of JPMorgan Chase(c) AP (Mark Lennihan)
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Der US-Finanzinvestor One Equity Partners übernimmt zwei Drittel des österreichischen Konzerns Constantia Packaging. Für den Streubesitz ist ein Angebot von 38,67 Euro pro Aktie geplant.

Wien (b. l.). Der Verpackungskonzern Constantia Packaging AG hat einen neuen Mehrheitseigentümer: Die Firma One Equity Partners, eine Tochter der US-Investmentbank JP Morgan, erwirbt einen Anteil von 66 Prozent von der holländischen Holdinggesellschaft Constantia Packaging BV.
Für den Streubesitz (er liegt derzeit bei zehn Prozent) gibt es ein Angebot von 38,67 Euro je Aktie. Das gaben die beiden Unternehmen in einer Ad-hoc-Meldung am Montagabend bekannt. An der Wiener Börse ging die Aktie am Montag mit einem Schlusskurs von 37,78 Euro aus dem Handel. Zu 25 Prozent bleibt das Unternehmen in der Hand der Constantia Packaging BV, die von der Turnauer-Erbin Christine de Castelbajac kontrolliert wird.

Dem Verkauf müssen noch die Kartellbehörden zustimmen. Auch erfolgt er vorbehaltlich einer Einigung zwischen der Constantia Packaging BV auf der einen Seite und der Gruppe um den Investor Rudolf Fries sowie der Immofinanz/Immoeast-Gruppe auf der anderen Seite. Beide haben offene Forderungen an die Constantia Packaging BV, in beiden Fällen wird ein Vergleich angestrebt: Der Immoeast muss die Constantia Packaging BV noch 164 Mio. Euro und Sachwerte in Höhe von 200 Mio. Euro übertragen.

Immoeast will Geld

Hintergrund: Die Immoeast hatte Geld aus einer Kapitalerhöhung veranlagt. 512 Mio. Euro flossen als Anleihe auf ein Konto der Immofinanz Beteiligungs AG, ein Finanzvehikel der Constantia Privatbank, die Constantia BV hatte dafür eine Garantie gegeben.
Fries hat eine Put-Option gegenüber der Constantia BV: Diese müsste ihm 56 Millionen Immofinanz-Aktien um 7,5 Euro abkaufen. Der Kurs liegt derzeit bei drei Euro. Zuletzt war angedacht worden, dass die Constantia Packaging BV der Constantia Packaging AG die Aluminium-Tochter Amag wieder abkauft (sie gehörte schon einmal der Constantia Packaging BV) und Fries mit Teilen davon entschädigt.
Die Constantia Packaging AG stellt Rohaluminium, Aluminiumhalbfertigfabrikate sowie Verpackungen aus Aluminium, Kunststoff und Wellpappe her, unter anderem für die Nahrungs-, Getränke-, Pharma-, Automobil- und Luftfahrt-Industrie. Das Unternehmen beschäftigt 7600 Mitarbeiter in 20 Ländern weltweit.

7600 Mitarbeiter weltweit

Zur Constantia Packaging AG gehören die Amag (Aluminium), die Duropack (Wellpappe) und die Constantia Flexibles (die Alufolien für Joghurt oder Medikamente herstellt).
s-8;0Die One Equity Partners verwaltet für JP Morgan ein Fondsvermögen von acht Mrd. Dollar (5,36 Mrd. Euro). Das Unternehmen ist Mehrheitsaktionär der Süd-Chemie und Kernaktionär von Pfleiderer, Carlson Wagonlit Travel und der Schoeller Arca Gruppe in den Niederlanden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2009)

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