Hauptbahnhof: Grünes Licht

(c) AP (Michael Probst)
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Das neue Anbotsverfahren ist abgeschlossen. Dem Vernehmen nach soll es sich bei dem Sieger um ein Konsortium unter Strabag-Führung handeln.

Wien. Die ÖBB haben einen neuen Bestbieter für den Bau des Herzstücks des Wiener Hauptbahnhofes: Nachdem die Ausschreibung für das eigentliche Bahnhofsgebäude – also jenen Teil des Areals, an dem die Züge ankommen und ein Einkaufszentrum entstehen soll – im August zurückgezogen wurde, haben die ÖBB in den vergangenen zwei Wochen ein neues Verfahren durchgeführt, an dem „drei, vier Bieterkonsortien teilgenommen haben“, so eine ÖBB-Sprecherin zur „Presse“.

Wer das Bieterrennen gewonnen hat, soll jetzt nach der Einspruchsfrist von zwei Wochen verkündet werden, wenn es keine Beschwerden der Bieter gegen das Verfahren gibt. Dem Vernehmen nach soll es sich bei dem Sieger um ein Konsortium unter Strabag-Führung handeln.

Die Aufhebung der ursprünglichen Ausschreibung war erst mit 5.Oktober offiziell geworden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte das Bundesvergabeamt die Aufhebung geprüft, weil sie von den Bietern beeinsprucht worden war. Diese Einsprüche zogen die Baufirmen Anfang Oktober aber zurück, um sich an der neuen Ausschreibung beteiligen zu können.

Skylink-Debakel verhindern

In diesem Durchgang dürften die Angebote eher den Vorstellungen der ÖBB entsprochen haben: „Diesmal sind die Berechnungen dahinter für uns wirtschaftlich nachvollziehbar.“ Der Abbruch des ersten Angebotsverfahrens soll vor allem deswegen notwendig geworden sein, weil die Kosten in den Anboten den von den ÖBB ursprünglich gesetzten Rahmen von 210 Millionen Euro für die Baumeisterarbeiten um rund 20 Prozent überstiegen hätten. Um – auch im Hinblick auf das „Skylink“-Debakel am Flughafen in Schwechat – einer Kostenexplosion zu entgehen, zogen die ÖBB die Notbremse und stoppten die Ausschreibung.

Der Zeitplan des Bauprojekts soll unter der Neuausschreibung nicht leiden: Noch Ende Oktober könnte der Bauauftrag erteilt werden, ab der Sperre des Südbahnhofes im Dezember sollen die Bauarbeiten bis Ende 2012 dauern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.10.2009)

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