Constantia Packaging: Weg frei für Immofinanz-Vergleich

(c) APA (Helmut Fohringer)
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Der Verkauf der Constantia Packaging erleichtert eine Lösung, unter Dach ist aber noch nichts. Wie berichtet, hat die Immofinanz aus einer 512,4-Mio.-Euro-Anleihe hohe Forderungen gegenüber der Constantia B.V. angemeldet.

Wien (red.). Mit dem Verkauf der Constantia Packaging ist eine wesentliche Hürde für den angestrebten Vergleich der Turnauer-Holdinggesellschaft Constantia B. V. mit der Immofinanz-Gruppe aus dem Weg geräumt. Unter Dach ist der Vergleich aber noch lange nicht: „Für uns bedeutet der Verkauf vorerst einmal noch gar nichts“, sagte eine Immofinanz-Sprecherin am Dienstag zur „Presse“. Man müsse jetzt weitere Gespräche abwarten.

Wie berichtet, hat die Immofinanz aus einer 512,4-Mio.-Euro-Anleihe hohe Forderungen gegenüber der Constantia B.V. angemeldet. Immofinanz-Chef Eduard Zehetner will von der im Einflussbereich der Turnauer-Erbin Christine de Castelbajac stehenden Constantia B.V. zumindest 350 Mio. Euro zurückhaben, davon 170 Mio. Euro in bar.

Amag-Lösung gesucht

Mit dem mehrheitlichen Verkauf der Constantia Packaging (66 Prozent gehen um rund 429 Mio. Euro an den US-Investor One Equity Partners) wäre nun zumindest Geld für die Erfüllung dieser Forderungen da. Der ursprünglich ausgehandelte Deal hat freilich vorgesehen, dass der Verpackungskonzern an den Investmentfonds CVC geht – und dieser hätte dann in einer komplizierten Konstruktion den zur Verpackungsgruppe gehörenden Aluminiumkonzern herauslösen und für diesen eine „oberösterreichische Lösung“ finden sollen, die gleichzeitig Ansprüche des Investors Fries gegenüber der Constantia B.V. befriedigt. Wie weit das in der nun gewählten One-Equity-Partners-Variante möglich ist, ist noch unklar. In Oberösterreich wird nun jedenfalls diskutiert, eine Sperrminorität an der Amag ins Land zu holen. Dafür könnte es auch eine Landeshaftung geben.

Der Generalvergleich, der den Schlussstrich unter die Affäre Constantia Privatbank/Immofinanz ziehen soll, hängt aber auch noch an einer Nebenfront: Immofinanz-Chef Zehetner will auch die sogenannte „Bad Bank“ der Constantia haben. Mit den jetzigen Eigentümern der Constantia Privatbank, fünf österreichischen Großbanken, gibt es darüber aber noch keinen Konsens.

Das frühere Constantia-management hat sich übrigens recht ordentlich bedient: Nach einem „Wirtschaftsblatt“-Bericht haben sich die drei damaligen Vorstände der Constantia-Privatbank, Karl Petrikovics, Norbert Gertner und Karl Arco von 2004 bis 2008 insgesamt 65,4 Mio. Euro Gage vergönnt. Sie waren damit die mit Abstand bestverdienenden Banker Österreich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.10.2009)

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