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Rebellen: "Russland nicht in der Lage, Feuerpause durchzusetzen"

In Aleppo lässt die Regierung die Straßen vom Schutt räumen, in anderen Teilen Syriens wird weiter gekämpft.
In Aleppo lässt die Regierung die Straßen vom Schutt räumen, in anderen Teilen Syriens wird weiter gekämpft.(c) APA/AFP/GEORGE OURFALIAN (GEORGE OURFALIAN)
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Wegen "anhaltender Verstöße" gegen die Feuerpause wollen die Syriens oppositionellen Gruppen nicht an Planungen für Friedensgespräche teilnehmen.

Die syrischen Rebellen legen die Vorbereitung der geplanten Friedensgespräche mit der Regierung auf Eis. In einer am Montagabend verbreiteten gemeinsamen Erklärung begründeten mehrere Rebellengruppen den Schritt mit "anhaltenden Verstößen" der Regierungstruppen gegen die seit vier Tagen geltende Feuerpause.

Deswegen würden "alle Gespräche in Bezug auf die Verhandlungen von Astana eingefroren", hieß es in der Erklärung. Bisher war vorgesehen, dass sich Regierung und Rebellen Ende Jänner zu Friedensgesprächen in Kasachstans Hauptstadt Astana treffen. Als Vermittler treten dabei Russland und die Türkei auf.

Rebellen geben Moskau die Schuld

Syriens Rebellen machen Russland für die Verstöße gegen die Feuerpause verantwortlich. "Wir haben die Waffenruhe von Anfang an unterstützt, aber wir wussten, dass Russland nicht in der Lage ist, sie durchzusetzen", sagte der Sprecher der Miliz Nur al-Din al-Sinki (Nur ad-Din az-Zanki), Jassir Jussif, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Verstöße seien vom syrischen Regime und iranische Milizen begangen worden, die mit Moskau verbündet seien. "Wir haben den Russen niemals getraut", erklärte Jussif.

Ein Sprecher der oppositionellen Miliz Tadschamu Fistakim erklärte, Regimekräfte hätten in den vergangenen Tagen zahlreiche Gebiete angegriffen. "Die Waffenruhe muss von beiden Seiten und nicht nur von einer eingehalten werden", sagte Sakaria Malahafdschi. "Wie sollen wir uns bei all diesen Angriffen an die Waffenruhe halten?"

Die Waffenruhe war in der Nacht zum Freitag in Kraft getreten. Trotzdem gab es in einigen Landesteilen weitere Kämpfe, insbesondere in der strategisch wichtigen Region Wadi Barada nahe Damaskus.

Dort flogen syrische Regierungstruppen auch am Montag Angriffe gegen Rebellen, wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Nachmittag mitgeteilt hatte.

Am Montag hatten bereits die in Wadi Barada kämpfenden Rebellen der Freien Syrischen Armee angesichts des Vorgehens der Regierungstruppen vor einem Zusammenbruch der Waffenruhe gewarnt. In einer Erklärung hatten sie Russland und die Türkei aufgerufen, die syrische Regierung von weiteren Verletzungen der Vereinbarung abzuhalten. Andernfalls werde die Waffenruhe aufgekündigt.

(APA/AFP)