Der weltgrößte Chiphersteller verdiente im dritten Quartal 2009 mit 1,25 Milliarden Euro um acht Prozent weniger als vor einem Jahr. Das ist aber nicht so tragisch wie an den Börsen erwartet wurde.
Der weltgrößte Chip-Produzent Intel hat die Erwartungen im dritten Quartal übertroffen und bei Anlegern Hoffnung auf ein schnelleres Ende der Krise geweckt. Zwar sanken Umsatz und Gewinn bei Intel um jeweils 8 Prozent - damit schnitt der Konzern aber besser ab als von Analysten erwartet. Von Juli bis September gingen der Umsatz auf 9,4 Milliarden Dollar (6,32 Milliarden Euro) und der Gewinn auf 1,9 Mrd. Dollar zurück, wie der Konzern am Dienstagabend mitteilte.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
Intel
in Millionen €Veränderung
3. Qu 093. Qu 08+/- in Millionen €+/- in %Umsatz6.328,536.886,63-558,10-8,10Ergebnis operativ1.738,342.088,16-349,82-16,75Ergebnis vor Steuer1.706,661.909,54-202,88-10,62Nettoergebnis1.251,011.357,51-106,50-7,85
Intel
in Mio. €Veränderung
1.-3. Q 091.-3. Q 08+/- in Mio. €+/- in %Umsatz16.552,9819.789,70-3.236,72-16,36Ergebnis operativ2.166,354.997,98-2.831,63-56,66Ergebnis vor Steuer2.096,934.931,92-2.835,00-57,48Nettoergebnis1.406,713.409,27-2.002,56-58,74
Bereits Ende August hatte Intel die Aussichten für das dritte Quartal angehoben und auf die gestiegene Nachfrage nach seinen Prozessoren verwiesen. Damals hatte der Konzern einen Umsatz von bis zu 9,2 Mrd. Dollar für das laufende Quartal prognostiziert.
Dass die Entwicklung von Umsatz und Gewinn weiter negativ ist, liegt auch an den gesunkenen Preisen für Chips. Ein Grund ist die große Beliebtheit kleiner Netbooks mit begrenzten Funktionen - mit diesen lässt sich nicht viel verdienen. Auch der Preiskampf auf dem PC-Markt schlägt weiter auf das Intel-Ergebnis durch. Allerdings kann der Konzern einen Anstieg seiner Gewinnspanne vorweisen - eine Kennziffer, die zeigt, dass Intel seine Mikroprozessoren dank Milliardeninvestitionen in Forschung und Fabriken inzwischen günstiger produzieren kann.
Intel ist traditionell der erste Technologiekonzern, der Zahlen vorlegt. Zwar lässt die Zwischenbilanz auf eine weiter steigende Nachfrage von Computer-Herstellern nach neuen Chips schließen. Unklar ist aber, ob die Produzenten lediglich günstig ihre Chip-Bestände auffüllen wollen, oder ob sie tatsächlich mit lebhafteren Geschäften rechnen.
Die Branche durchlebt derzeit den tiefsten Einbruch seit fast einem Jahrzehnt. Mit der Veröffentlichung des neuen Betriebssystems Windows 7 am 22. Oktober werden aber Hoffnungen auf ein stärkere Nachfrage nach PCs verknüpft.
(Ag./Red)