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Nackt oder verkleidet: Ende für lebende Skulpturen in London

Kunstaktion von Antony Gormley: Als lebende Statue am Trafalgar Square
(c) REUTERS (Toby Melville)
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Rund 2400 Menschen stellten sich seit Juli eine Stunde lang auf dem Trafalgar Square als lebendes Kunstwerk auf eine Säule. Die Kunstaktion von Künstler Antony Gormley endete nach 100 Tagen.

Rund 2400 Leute haben sich seit Mitte Juli je eine Stunde lang auf dem Londoner Trafalgar Square als lebendes Kunstwerk auf eine Säule gestellt. Nach 100 Tagen endete am Mittwoch das Projekt "One & Other" des Aktionskünstlers Antony Gormley.

Eine zweifache Mutter aus dem Nordosten Englands war die erste, die sich auf den rund sieben Meter hohen Sockel heben ließ und dort für Kinder-Hilfsorganisationen warb. Den Abschluss machte ebenfalls eine Frau, die 30-jährige Emma Burns. Sie verließ die Plattform am Mittwochmorgen kurz nach 09.00 Uhr Ortszeit.

Die Teilnehmer waren aus tausenden Bewerbern ausgewählt worden. Jeder konnte während der 60 Minuten auf dem Sockel das tun, was ihm einfiel.

Zehn Menschen zogen sich aus

Während der drei Monate tanzten, musizierten oder lasen Teilnehmer auf dem Sockel. Andere suchten einen Job, machten sich für den Klimaschutz stark oder machten schlichtweg gar nichts. Das meiste Interesse zogen freilich Nackte auf sich. So legte eine Frau oben ohne einen Pole-Dance hin, eine andere stand mit kniehohen Stiefeln komplett nackt eine ganze Stunde auf dem Sockel - insgesamt etwa zehn Menschen ließen vor den Zuschauern die Hüllen fallen.

Gormley wollte die Aktion als Fest der Vielseitigkeit verstanden wissen. Zehnmal so viele Menschen wie auf der Säule, nämlich rund 24.000, hatten seit dem Sommer die kürzlich zu Ende gegangene Gormley-Ausstellung des Kunsthauses Bregenz (KUB) besucht.

 

(Ag.)