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USA wollen Bericht zu russischen Hackerangriffen veröffentlichen

Clapper testifies before a Senate Armed Services Committee hearing on foreign cyber threats, on Capitol Hill in Washington
James Clapper, der Nationale Geheimdienstdirektor der USA(c) REUTERS (KEVIN LAMARQUE)
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Russische Hacker sollen die Wahl des US-Präsidenten zugunsten von Donald Trump beeinflusst haben. "Wir sind heute sicherer als im Oktober", sagt der Nationale Geheimdienstdirektor.

Die US-Geheimdienste wollen Anfang nächster Woche einen Bericht über mögliche Hackerangriffe Russlands auf US-Ziele veröffentlichen. Das gab der Nationale Geheimdienstdirektor der USA, James Clapper, am Donnerstag bekannt. Clapper wurde im Senat zur Sache gehört.

Die US-Regierung von Barack Obama erklärt sich unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse aus dem Oktober sicher, dass Russland hinter der Enthüllung von E-Mails aus den Computern der Demokratischen Partei steckt. Die Enthüllungen hätten die US-Wahl zugunsten des Republikaners Donald Trump beeinflusst. Trump hegt Zweifel an der Darstellung, Russland bestreitet sie. Clapper sagte: "Wir sind heute sicherer als im Oktober."

Clapper erklärte vor den Senatoren, generell sei die Bedrohung durch Cyber-Attacken aus Russland gewachsen, während es Anzeichen für ein Nachlassen der Spionageversuche aus China gebe.

"Sie habe nicht die Stimmabgabe manipuliert"

Clapper betonte jedoch auch, dass es keine Anzeichen dafür gebe, dass Russland aktiv in den Wahlvorgang in den USA eingegriffen habe. "Sie habe nicht die Stimmabgabe manipuliert oder so etwas", sagte Clapper.

Insgesamt haben drei US-Geheimdienstchefs - neben Clapper noch NSA-Chef Michael Rogers und Pentagon-Abteilungsleiter Marcel Lettre - der russischen Führung in einem gemeinsamen Statement vor einem Senatsausschuss eine direkte Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf in den USA vorgeworfen. Nur "Russlands allerhöchste Verantwortungsträger" könnten für den Datendiebstahl und die Veröffentlichungen verantwortlich sein, erklärten sie.

Clapper hatte Russland bereits zuvor im Namen der 17 US-Geheimdienstagenturen vorgeworfen, seine Cyber-Spionage zu intensivieren und zentrale Infrastrukturen anzugreifen. Damit solle das Vertrauen der Öffentlichkeit in Informationen, Dienste und Institutionen untergraben werden.

Trump nennt sich "großen Fan" der Geheimdienste

Trump nahm unterdessen für sich in Anspruch, er sei ein "großer Fan" der US-Geheimdienste. Während er die Geheimdienste noch am Vortag scharf kritisiert hatte, erklärte Trump am Donnerstag via Twitter: "Die Medien lügen, um es so aussehen zu lassen, als wenn ich gegen 'Geheimdienste' wäre, obwohl ich tatsächlich ein großer Fan bin."

In den vergangenen Tagen hatte Trump ebenfalls via Twitter auf ein Interview von Wikileaks-Gründer Julian Assange mit dem Sender Fox verwiesen, in dem Assange behauptete, selbst ein 14-Jähriger hätte die E-Mails von US-Demokraten hacken können. Im Wahlkampf hatte Trump gesagt, was sich in den vergangenen zehn Jahren bei den Geheimdiensten abgespielt habe, sei "katastrophal".

Assange wird vom republikanischen Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses Paul Ryan als "Kriecher im Dienste Russlands" betrachtet. "Er stiehlt Daten und gefährdet die nationale Sicherheit", erklärte Ryan am Mittwoch. Der demokratische Senator Mark Warner warf Trump eine "verblüffende" Missachtung der Geheimdienste vor. Vornehme Aufgabe der Geheimdienste sei es, "den Mächtigen die Wahrheit zu sagen", vielleicht aber wolle der künftige Präsident "diese Wahrheiten nicht hören".

(APA/dpa/Reuters)