„Austria's next Topmodel“ geht in die zweite Runde. 300 Bewerberinnen wollen den (Alb-)Traumjob. Zu lernen gibt es viel - neben dem richtigen Make-up oder dem passenden Outfit vor allem: es auszuhalten.
Markus Breitenecker liebt das Format. Dabei zählt er gar nicht zur Kernzielgruppe – die ist nämlich weiblich und wenn überhaupt, dann erst kürzlich dem Teeniealter entwachsen. Der Puls4-Chef ist ein Fan von „Austria's next Topmodel“, weil das Format einst die Initialzündung nach dem Sendestart einleitete: Im Jänner 2008 wurde Puls4 mit 0,2 Prozent Marktanteil aus der Taufe gehoben, die Topmodels hätten dann dafür gesorgt, dass es ein Jahr später 2,2 Prozent waren, so Breitenecker bei der Präsentation der zweiten Staffel: „Der Marktanteil ist geblieben. Die Werbebuchungen sind sogar noch weiter gestiegen.“ Für heuer rechne er mit einem zweistelligen Umsatzwachstum.
In Sachen Bewerberinnen ist das Wachstum geglückt: 4000 Kandidatinnen wollten dabei sein, 300 schafften es in die erste Sendung. Dabei, so räumt Jurorin Andrea Weidler, Chefin der Agentur Wiener Models, ein, ist der Job alles andere als einfach: „,Austria's next Topmodel‘ ist Reality. Das ist sehr stressig – die Mädchen steigen nahtlos von Blockflöte auf Saxofon um.“ Zu lernen gibt es viel– neben dem richtigen Make-up oder dem passenden Outfit vor allem: es auszuhalten.
Man hätte eben anzuziehen, was man bekommt (und das kann sehr wenig sein), meint Lena Gercke, die einst die deutsche Variante des Formats gewonnen hat und aus Erfahrung spricht. Und es gelte, mit harter Kritik umzugehen, so Puls4-Jurorin Sabine Landl: „Die Auftraggeber werden auch nicht zimperlich mit den Mädchen umgehen. Wir bereiten sie darauf vor.“ Gercke gesteht, dass sie mit den Kandidatinnen manchmal Mitleid hat: „Ja. Dann möchte ich sie in den Arm nehmen. Aber als Jurymitglied muss ich professionell sein.“
„Hungerhaken sind nicht gefragt“
Magermodels, die oft selbst gesundheitliche Probleme haben oder jungen Mädchen als schlechtes Beispiel dienen, sind unerwünscht. Die „Topmodel“-Jury gibt dürren Kandidatinnen keine Chance: „Hungerhaken sind so was von extrem nicht gefragt“, meint Weidler – und zwar nicht nur im TV, auch bei echten Auftraggebern. Durchhängen lassen gilt aber auch nicht: „Die müssen lernen, dass Modeln ein extrem harter Beruf ist und dass man trainieren muss.“
Den Zusehern verspricht Puls4 „mehr Internationalität“ (wohin die Reisen gehen, bleibt noch unter Verschluss, damit die Kandidatinnen vor der Kamera echt erstaunt sind) und „mehr Glamour“ durch Stargäste. Und ein eigenes Backstage-Magazin in „Pink!“ – nach jeder Ausgabe der neuen Staffel. Ab 25. November (jeweils Mittwoch, 20.15Uhr) marschiert die Hoffnung auf dem Catwalk.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.10.2009)