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Die Ich-Pleite: Nichts dazugelernt

Heute weiß man, dass der Mensch in den vergangenen 100.000 Jahren nicht mehr viel dazugelernt hat.

Vielleicht gehen wir heute weniger oft zur Nahrungssuche in den Wald, aber wir freuen uns immer noch, wenn wir etwas entdecken, das uns vielleicht einen kleinen Vorteil verschafft. Früher war das einmal wichtig, um unser Überleben als Art zu sichern. Heute muss man das anders ausleben. Ich zum Beispiel habe einen Plastiksackerl-Sammeltick. Immer wenn die Verkäuferin meinen Einkauf in eine Plastiktragtasche steckt, freue ich mich schon auf ihre Zweitnutzung als Müllsack. Sicher, Plastik ist böser Müll. Stündlich gelangen ca. 360 Tonnen Plastik in die Weltmeere und töten Fische! Das mach ich im Jahr 2017 nicht mehr! Meine weiteren Neujahrsvorsätze sind: nicht mehr so viel Dinge im Internet zu bestellen und sie dann ewig nicht von der Post abzuholen. Und wenn sie nicht passen, nicht zurückzuschicken. Stattdessen aber gleich wieder etwas Neues zu bestellen. Oder wenigstens vorher kurz auf das Bankkonto zu schauen. Sich nicht bei jedem Flug nach Gran Canaria zu sagen, dass das Flugzeug die 1700 Tonnen CO2 auch dann ausgestoßen hätte, wenn man selbst nicht an Bord gewesen wäre. Nicht jeden Morgen das Wetter als Ausrede für das Liegenbleiben zu verwenden und dann zu googeln, was eine Fettabsaugung kosten würde. Sich nicht bei jedem Mal Haarebleichen wieder zu wundern, dass das Ergebnis Pumuckl statt blonder Engel geworden ist. Manche Anthropologen behaupten, das Gehirn des Homo sapiens ist seit der Sesshaftwerdung wieder kleiner geworden. Womöglich, weil der Mensch seine Neujahrsvorsätze nie einhält. Ich möchte Ende 2017 nicht sagen müssen, dass die Menschheit durch mich wieder nichts dazugelernt hat.