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Salzburgs FPÖ-Chefin erwartet Schwung durch Neujahrstreffen

Marlene Svazek
Marlene Svazek(c) APA, BARBARA GINDL
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Die 24-Jährige ist beim FPÖ-Neujahrstreffen am Samstag als Vorrednerin angekündigt. Danach werden Norbert Hofer und Heinz-Christian Strache auftreten.

Die FPÖ hält am Samstag in Salzburg ihr traditionelles Neujahrstreffen ab. Die neue Landesparteichefin Marlene Svazek rechnet mit einem Schwung für die Landtagswahl 2018 und sieht darin auch eine Chance für sich selbst: "Es ist für mich die erste Gelegenheit, mich in der Partei vor größerem Parteipublikum zu präsentieren", sagte die erst im vergangenen Juni zur Salzburger FPÖ-Obfrau gekürte Flachgauerin. Viele in der Partei würden zwar wissen, dass es in Salzburg eine 24-jährige Parteichefin gibt, aber nicht, was sie von ihr erwarten können.

Svazek ist beim Neujahrstreffen als Vorrednerin angekündigt, danach treten Ex-Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer und als Hauptredner Parteichef Heinz-Christian Strache ans Podium. Letzterer hatte die Jung-Politikerin in der Vergangenheit wiederholt als blaue Personalreserve bezeichnet.

Wirtschafts- und Familienpolitik in den Fokus rücken

Im Jahr 2017 erwartet sich Svazek eine weitere Profil-Schärfung der Partei. Dabei sollte man es ihrer Ansicht nach nicht auf den freiheitlichen Kernthemen Ausländer bzw. Sicherheit beruhen lassen. Die Partei müsse nun zeigen, dass sie auch andere Kompetenzen habe. So sollte man vermehrt Wirtschafts- und Familienpolitik in den Fokus rücken, so Svazek. Für Betriebe, die in Österreich angesiedelt sind, müssten die Rahmenbedingungen verbessert werden, hier gehe es auch um das Stichwort Bürokratieabbau. Den EU-Kurs ihrer Partei unterstützt Svazek: "Ich glaube, dass diese Linie genau so passt."

Auf Bundesebene rechnet die Salzburger FP-Chefin im Herbst 2017 mit Neuwahlen. "Ich glaube, dass es generell gescheiter ist, dass man sobald wie möglich wählt, damit man klare Verhältnisse hat." In Hinblick auf die Landtagswahl 2018 sei der Nationalratswahltermin aber eher unbedeutend, so Svazek: "Für uns in Salzburg ist das unwesentlich."

"Sehe bei der ÖVP momentan schon eher Probleme"

Zu allfälligen Koalitionen auf Bundesebene sagte Svazek, ein möglicher Partner müsse es akzeptieren, sollte die FPÖ Platz eins erreichen (wovon sie ausgeht). "Das Allerwichtigste ist, dass man dann einen Koalitionspartner hat, der das so hinnimmt und der nicht selbst den Kanzleranspruch stellen will, sondern einsieht, dass der Wählerwille ein anderer ist. Da sehe ich bei der ÖVP momentan schon eher Probleme. Ich weiß nicht, ob die ÖVP das verkraften würde, dass es einen blauen Kanzler geben würde." Es gelte, in einer solchen Situation nicht denselben Fehler zu machen wie nach der Nationalratswahl 1999, als die FPÖ im Februar 2000 als Zweitplatzierte Wolfgang Schüssel zum Kanzler machte, obwohl dessen ÖVP hinter den Freiheitlichen nur auf Platz drei kam. Man dürfe, wenn man vorne liegt, nicht den Juniorpartner geben, sagte die Parteichefin.

Zu ihrer eigenen Zukunft befragt meinte Svazek, sie habe "überhaupt keinen Stress und kein Bedürfnis" rasch Karriere zu machen in der Partei. "Salzburg ist jetzt einmal eine Riesenherausforderung. Das größte Projekt ist die Landtagswahl 2018." Ihr Ziel sei auf jeden Fall Platz zwei, sagte sie einmal mehr. "Ich hoffe, dass wir sehr nahe an die ÖVP herankommen" - sie glaube aber, dass es für die Volkspartei noch einmal zum "Machterhalt" reichen werde.

Zur Person

Die 24-jährige FPÖ-Landesparteichefin wuchs in der Gemeinde Großgmain auf. Den Einstieg in die Partei fand sie über den Ring Freiheitlicher Jugend, außerdem saß sie in Großgmain in der Gemeindevertretung. Bis zum Parteiausschluss von Karl Schnell und der Spaltung der Partei im Jahr 2015 war sie im Landtagsklub als politische Referentin beschäftigt. Danach wurde sie Landesparteisekretärin der Salzburger FPÖ und persönliche Referentin des freiheitlichen EU-Mandatars Harald Vilimsky. Neben ihrer politischen Tätigkeit widmet sich Svazek derzeit ihrem Master-Studium der Politikwissenschaft.

(APA)