„Grillini“ für Nato-Votum

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Fünf-Sterne-Bewegung erwägt Referendum über den Ausstieg Italiens aus der Militärallianz.

Rom/Wien. Nicht nur über den Euro-Austritt, sondern auch über Italiens Nato-Mitgliedschaft will Beppe Grillos fundamentaloppositionelle Fünf-Sterne-Bewegung jetzt abstimmen lassen. „Die Nato spielt mit unserem Leben. Unser Territorium, unsere Militärbasen, unsere Soldaten dürfen nicht weiter als Spielball für Machtspiele und Launen eines US-Präsidenten dienen“, heißt es in einem Eintrag auf Grillos Blog. Die Italiener sollten daher selbst entscheiden, ob eine Mitgliedschaft noch opportun sei.

Die Bewegung ist derzeit die stärkste politische Kraft in Umfragen. Noch heuer könnte ein neues Parlament gewählt werden, die „Grillini“ haben gute Chancen, an die Macht zu kommen. Italien ist ein zentrales Nato-Mitglied – nicht zuletzt wegen der zahlreichen US-Stützpunkte auf italienischem Territorium, wie dem Luftwaffenstützpunkt Aviano im Nordosten. Zudem entsendet Italien im Rahmen einer Nato-Mission 140 Soldaten nach Lettland, die Truppen sollen bei der Grenzsicherung der sich von Russland bedroht gefühlten ehemaligen Sowjetrepubliken im Baltikum helfen.

Verstärkte Nato-Präsenz an seinen Grenzen ist Russlands Präsident Wladimir Putin zunehmend ein Dorn im Auge – und zu Putin zeigte die Fünf-Sterne-Bewegung zuletzt auffallend große Sympathien. Fünf-Sterne-Parlamentarier Manlio Di Stefano, Autor des Nato-Blog-Eintrags, nahm unlängst an einem Treffen der Kreml-Partei „Neues Russland“ teil. (basta.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.01.2017)

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