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Lehrer wollen härter strafen dürfen

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(c) (Clemens Fabry)
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Die Christgewerkschafter an den Pflichtschulen wollen "klare gesetzliche Regelungen für sofortige Sanktionen" gegen ungehorsame Schüler. "Wir haben ein Recht auf Respekt", sagen die Lehrer.

Lehrer sollen wieder strafen dürfen, wenn es nach den Christgewerkschafter an den Pflichtschulen geht. Sie fordern "klare gesetzliche Regelungen für sofortige Konsequenzen bzw. Sanktionen", wenn Schüler Grenzen überschreiten.

"Wir haben ein Recht auf Respekt und pädagogische Interventionsmaßnahmen", sagte der Vorsitzende der Lehrerpersonalvertretung für Pflichtschulen in Oberösterreich, Walter Wernhart, am Freitag in Wien.

Wernhart spricht von einer "Istzustands-Katastrophe" in den Schulen. Sowohl Lehrer als auch Schüler würden immer wieder Opfer von Aggressionen und verbalen Angriffen: "Das Götzzitat ist nur eine Kleinigkeit davon."

Derzeit hätten die Lehrer aber praktisch keine Handhabe dagegen. Dies sei ungefähr so, wie wenn er mit Tempo 80 durch ein Ortsgebiet fahre und alles, was ein Polizist dagegen tun könne, sei zu sagen: "Herr Wernhart, woll' ma darüber reden?"

Unter anderem sollen Schüler zu Sozialdiensten sowie dazu verpflichtet werden können, angerichteten Schaden in der Freizeit bzw. finanziell wiedergutzumachen. Außerdem sollen Schüler von gemeinsamen Aktivitäten ausgeschlossen (bei Ersatzunterricht in anderen Klassen) und zum Nachholen nicht erbrachter Unterrichtsleistungen in der Freizeit verpflichtet werden können. Ausbauen wollen die Christgewerkschafter die "Time-Out-Klassen", in denen vor allem verhaltensauffällige Schüler statt des Unterrichts lernen sollen, mit Konflikten umzugehen. Weitere Forderungen: Verhaltensnoten in den Abschlussklassen und Konsequenzen für Eltern bei fehlender Kooperation.

Kritik an Arbeitsbedingungen

Außerdem verlangen die Pädagogen bessere Arbeitsbedingungen - unter anderem sollen Arbeitsinspektoren auch Zugang zu den Pflichtschulen haben. Der Gesundheitsschutz für Lehrer müsse verbessert werden. So seien etwa die Schulgebäude bereits Jahrzehnte alt und würden eine "unerträgliche Lärmsituation" verursachen.

Weitere Kritikpunkte der Lehrer betreffen die Ausstattung der Konferenzzimmer ("wie Legebatterien"), zu wenig Personal etwa für längere Supplierungen und mangelnde Beschäftigungssicherheit. Generell wollten sie sich am "Arbeitsplatz Schule" wieder wohl fühlen, so der Vorsitzende der Pflichtschullehrer-Gewerkschaft, Walter Riegler. Dies sei nicht nur ein Vorteil für die Pädagogen, sondern im Sinne einer Umwegrentabilität auch für die Schüler.

Ende November stehen im Öffentlichen Dienst Personalvertretungswahlen an. Anschließend verhandeln die Lehrervertreter ein neues Dienstrecht.

 

 

(APA)