AMD: Hoffnungsschimmer in der Verlustzone

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An Advance Micro Devices (AMD) logo is shown on a computer at Best Buy in Mountain View, Calif., Wedn(c) AP (Paul Sakuma)
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Der Chiphersteller erleidet im dritten Quartal einen Nettoverlust von 90 Millionen Euro, in den ersten drei Quartalen summiert sich das Minus auf 593 Millionen. Vor einem Jahr standen aber noch 1,12 Milliarden Euro Minus.

Der US-Chiphersteller Advanced Micro Devices kommt nicht aus den roten Zahlen heraus. Dank steigender Nachfrage nach Computern konnte der Branchenzweite aber seinen Verlust im dritten Quartal eingrenzen. Ähnlich wie sein Rivale Intel bleibt der Konzern für das Weihnachtsquartal aber vorsichtig. Unter dem Strich verringerte sich das Minus im abgelaufenen Vierteljahr binnen Jahresfrist um knapp fünf Prozent auf rund 90 Millionen Euro. Damit schrieb der Konzern im zwölften Quartal in Folge rote Zahlen.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

AMD

Veränderung
3. Qu 093. Qu 08in Mio. €in %Umsatz 937,541.206,85-269,31-22,31Ergebnis operativ-51,7181,93-133,65
Erg. vor Steuer-94,0214,78-108,80
Nettoergebnis -90,66-85,29-5,376,30nach Minderheiten-85,96-89,994,03-4,48




AMD

Veränderung
1.-3.Q 091.-3.Q 08in Mio. €in %Umsatz 2.523,173.120,21-597,04-19,13Ergebnis operativ-419,07-457,3538,28-8,37Erg. vor Steuer-525,86-666,89141,03-21,15Nettoergebnis -593,69-1.118,87525,18-46,94nach Minderheiten-586,97-1.137,00550,03-48,38Für das vierte Quartal prognostiziert AMD einen "leicht höheren" Umsatz. Börsianer sehen nach der jüngsten Kursrallye der AMD-Aktie aber kaum noch Steigerungspotenzial und verabschiedeten sich aus den Titeln. Das Papier gab mehr als acht Prozent nach.

Weltmarktführer Intel hatte am Dienstag unerwartet starke Zahlen vorgelegt und damit zumindest vorübergehend der weltweiten Technologiebranche weiteren Auftrieb verliehen. Das Unternehmen verdiente im dritten Quartal dank einer stärkeren Nachfrage nach Computern trotz der Wirtschaftskrise glänzend.

Branchenexperten sehen AMD nach seiner Aufspaltung in ein Entwicklungs- und ein Produktionssegment auf einem guten Weg im ewigen Ringen mit Intel. "Es gibt zwar weiterhin eine gewisse Skepsis, ob das Unternehmen seinen Erfolg fortsetzen kann", sagte Analystin JoAnne Feeney von FTN Equity Capital Markets. "Aber wenn man sich die Produkte sorgfältig ansieht - und die Qualität verbessert sich - dann werden sie ein attraktiverer Anbieter für die großen PC-Hersteller." Marktforschern zufolge liegt der Marktanteil von AMD derzeit bei knapp zwölf Prozent. Der Konzern hat in den vergangenen Jahren an Marktmacht gegenüber seinem härtesten Konkurrenten eingebüßt.

Für das Kerngeschäft peilt AMD-Chef Dirk Meyer zum Jahresende Gewinn an. Zuletzt habe sich das Chipdesign-Geschäft einen Überschuss von zwei Millionen Dollar erkämpft. Allerdings leidet AMD weiterhin unter seinem Minderheitsanteil am Fertigungsgeschäft. Zwar hatte der arabische Investor ATIC die Amerikaner von der Mehrheit an seiner Dresdener Produktion erlöst, allerdings werden die Verluste aus dem Restbesitz nach Einschätzung von Analysten noch lange auf den AMD-Bilanzen lasten. Der gemeinsame Auftragsfertiger Globalfoundries sei noch in der Ausbauphase und werde noch Milliarden verschlingen, etwa beim Bau des neuen Chipwerks im US-Bundesstaat New York, sagte Feeney.

(Ag./ebl)

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