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Eco 18.48

Der Zirkus sucht seine Zukunft

(c) REUTERS (� / Reuters)
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In den USA macht mit Ringling der letzte große Zirkusdicht. Auch in Europa geht das Sterben weiter. Wegen der Tierschützer? Oder fehlen neue Ideen? Die treuen Fans hoffen auf innovative Revoluzzer, wie früher Roncalli und Cirque du Soleil.

Noch reist die Karawane durch ganz Amerika. Ein privater Sonderzug, eine ganze Meile lang, bringt den gewaltigen Tross von einer Stadt zur nächsten: Hunderte Artisten, Dompteure und Clowns, dazu exotische Tiere aus aller Welt. Noch 30 Mal werden sie ihr Publikum zum Staunen, Zittern und Lachen bringen. Die Endstation ist draußen auf Long Island bei New York, am Abend des 31. Mai. Dann gehen die bunten Lichter für „die größte Show der Welt“ endgültig aus. Diesen stolzen Slogan verbinden Generationen von Amerikanern mit ihrem letzten großen Traditionszirkus: Ringling Bros. and Barnum & Bailey. Vor wenigen Tagen hat sein Leiter, Kenneth Feld, das baldige Ende der 146 Jahre alten Institution angekündigt. Eine „schwere Entscheidung“, war doch Ringling für „Millionen von Familien ein Teil ihres Lebens“. Die meisten der rund 500 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Freilich: Die Tage von Glanz und Gloria sind lang vorbei. Einst standen die New Yorker Spalier, wenn dieser Zirkus zu seinem jährlichen Spektakel in die Stadt einzog. Die Darsteller ritten auf Elefanten wie auf einem Triumphzug von Queens aus durch Manhattan bis zum Madison Square Garden, wo sie vor 40.000 Besuchern auftraten. Mit einem Elefanten begann der Ruhm: Jumbo, ein asiatischer Dickhäuter, kam 1882 zur Truppe und stieg rasch zu ihrem Symbol auf. Und die Elefanten besiegelten auch das Ende.