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Iran wirft Westen Beteiligung an Anschlag vor

Iran: TV-Bilder nach dem Anschlag
(c) AP ()
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Mindestens 42 Opfer forderte ein Selbstmord-Anschlag im Iran - darunter sieben Kommandanten der Revolutionsgarden. Der Iran erhebt Vorwürfe gegen die USA, Großbritannien und Pakistan.

Der Iran erhebt schwere Vorwürfe gegen den britischen und den US-Geheimdienst. Jene Rebellengruppe, die sich zu dem Selbstmordanschlag auf die iranischen Revolutionsgarden am Sonntag  bekannt hat, werde von den Geheimdiensten ausgebildet.

Der Heereschef der Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, sagte am Sonntag im iranischen Fernsehen, die Basis der Rebellen befinde sich in den Nachbarländern des Iran. Dort würden sie trainiert und ausgerüstet. Festgenommene hätten ausgesagt, dass sie von ausländischen Geheimdiensten ausgerüstet würden, sagte Pakpur. Nähere Angaben zu den Festnahmen machte er nicht.

Bei dem verheerenden Selbstmordanschlag auf die Revolutionsgarden wurden nach Berichten staatlicher Medien mindestens 42 Menschen getötet. Unter den Toten sollen auch sieben Kommandanten der Gardisten sein. Zahlreiche Menschen seien bei dem Blutbad in der Provinz Sistan-Balutschistan im Südosten des Landes verletzt worden.

Iran fordert von Pakistan Auslieferung von Rebellenchef

Der Iran beschuldigt auch Pakistan, in den Anschlag verwickelt zu sein. Er verlangt die Auslieferung des Anführers der sunnitischen Rebellengruppe Jundallah. Die Regierung in Teheran werde die Auslieferung von Abdolmalek Rigi beantragen, sagte der Chef der Revolutionsgarden, Mohammed Ali Jafari, am Montag. Das iranische Außenministerium hatte den Geschäftsträger der pakistanischen Botschaft bereits am Sonntag ins Außenamt zitiert.

Pakistan hat am Montag die Vorwürfe, in den Anschlag verwickelt zu sein, zurückgewiesen. Ministerpräsident Syed Yusuf Raza Gilani verurteile den "schrecklichen Terrorakt", teilte sein Büro in Islamabad mit. Laut dem pakistanischen Innenminister Rehman Malik befindet sich Abdolmalek Rigi nicht in Pakistan.

Auch die USA verurteilten die Bluttat. "Wir verurteilen diese terroristische Tat und betrauern den Tod Unschuldiger. Berichte über eine angebliche US-Beteiligung sind völlig falsch", teilte der Sprecher Ian Kelly am Sonntag in Washington mit.

Nach Ansicht der Behörden könnte die Tat auch einen kriminellen Hintergrund haben. Der Jundallah wird Verstrickung in den Drogenhandel vorgeworfen. Das Drei-Länder-Eck im Südosten des Iran gilt als Hauptroute von Drogenhändlern, die Rauschgift aus Pakistan und Afghanistan nach Europa schmuggeln.

Zwischen der Jundallah und iranischen Sicherheitskräften kommt es regelmäßig zu Zusammenstößen. Die Gruppe ist in der Vergangenheit auch für Terroranschläge in der Provinz verantwortlich gemacht worden. Im Mai starben bei einem Anschlag auf eine Moschee in Zahedan 25 Gläubige, rund 80 wurden verletzt.

(Ag.)