Budget: Rekorddefizit in USA

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Nachdem die USA im abgelaufenen Haushaltsjahr ein Rekorddefizit von 1,417 Billionen Dollar (940 Mrd. Euro) eingefahren haben, hat US-Finanzminister Timothy Geithner der größten Volkswirtschaft Bescheidenheit verordnet.

Wien (ag./red.). Nachdem die USA im abgelaufenen Haushaltsjahr (per Ende September) ein Rekorddefizit von 1,417 Billionen Dollar (940 Mrd. Euro) eingefahren haben, hat US-Finanzminister Timothy Geithner der größten Volkswirtschaft Bescheidenheit verordnet: Die USA müssten lernen, mit dem auszukommen, was sie hätten, sagte er bei der Vorlage der Zahlen. Nur so könnten sie weltweit das Vertrauen in den Dollar als zentrale Reservewährung sichern.

Die Finanzkrise und die zahlreichen Bankenrettungen, die staatliche Übernahme der Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac, das Konjunkturpaket gegen die Rezession sowie geringere Steuereinnahmen haben dem US-Haushalt das tiefste Loch seit dem Zweiten Weltkrieg beschert. Das Defizit hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht und zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreicht. Bereits im Vorjahr hatte es ein Rekorddefizit von 459Mrd. Dollar gegeben. Für das laufende Budgetjahr erwartet man ein Defizit von 1,502 Billionen Dollar.

Weil die Ausgaben aus dem Bankenrettungspaket etwas geringer waren als erwartet, blieb das Defizit 2008/2009 um 162 Mrd. Dollar unter den Erwartungen, die Präsident Barack Obama noch im August hatte. Doch bis 2011 soll es Deckungslücken von mehr als einer Billion Dollar geben.

Obama will mit dem Kongress eine Reduzierung auf ein „erträgliches Niveau“ anstreben, sobald sich die Wirtschaft erhole. „Die Rolle des Dollar als Weltreservewährung bringt Verantwortung für den Kampf gegen Inflation mit sich und dafür, die Kosten im Zaum zu halten“, sagte Geithner. „Die Amerikaner müssen unbedingt verstehen, dass wir alles tun müssen, um das Vertrauen zu bewahren.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.10.2009)

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