Scheitern des Opel-Verkaufs würde härteren Sparkurs bringen

ARCHIV - Eine GM-Fahne weht unter blauem Himmel am  15. Oktober 2009, vor dem Opel Werk in Bochum, No
ARCHIV - Eine GM-Fahne weht unter blauem Himmel am 15. Oktober 2009, vor dem Opel Werk in Bochum, No(c) AP (Martin Meissner)
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GM will den Verkauf von Opel an Magna zwar nicht "überdenken", wie es die EU-Kommission empfiehlt. Sollte er aber dennoch scheitern, würden deutlich mehr Opel-Mitarbeiter ihren Job verlieren.

Der US-Autokonzern General Motors hofft trotz der wettbewerbsrechtlichen Bedenken der EU-Kommission weiter auf einen Verkauf von Opel an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna. Wie die Zeitung "Wall Street Journal" berichtet, bereitet sich GM dennoch auf ein mögliches Scheitern des Geschäftes mit Magna vor. Plan B würde im Vergleich zu den Plänen von Magna tausende weitere Stellenstreichungen und die Schließung oder den Verkauf von mindestens einem deutschen Werk bedeuten.

GM will Verkauf nicht überdenken

Trotz der Bedenken der Europäischen Union habe GM "nicht die Absicht, den Bieterprozess zu überdenken, der zum Verkauf der deutschen Tochter geführt hat", berichtete das "WSJ" weiter. Die EU-Kommission hatte am Freitagabend erklärt, es gebe "deutliche Hinweise", dass die Unterstützung der deutschen Regierung nicht den europäischen Wettbewerbsregeln entspreche. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes forderte die Bundesregierung auf, General Motors Gelegenheit zu geben, "das Ergebnis des Bieterprozesses zu überdenken".

Deutschland weiter zuversichtlich

Der Vertrag über den Kauf von Opel durch Magna hatte ursprünglich am Donnerstag unterzeichnet werden sollen. Deutschland hatte Opel Staatshilfen über insgesamt 4,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. 1,5 Milliarden Euro hat die deutsche Regierung bereits als Überbrückungskredit gezahlt.

Trotz Bedenken der EU-Kommission sieht die deutsche Bundesregierung die Übernahme des angeschlagenen Autobauers Opel durch die österreichisch-kanadische Magna nicht in Gefahr. "Wenn Missverständnisse ausgeräumt werden sollen, dann werden wir das machen", sagte Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg am Samstag in Berlin. "Und da bin ich guter Dinge, dass das in den nächsten Tagen gelingen wird", sagte der CSU-Politiker. Auch Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz rechnet nicht damit, dass Brüssel die Entscheidung für Magna noch kippen kann.

Regierung versichert "Offenheit"

Die deutsche Bundesregierung hat in einem Brief an die EU-Kommission zugesichert, dass ihre Opel-Hilfen nicht an einen bestimmten Investor gebunden gewesen seien. Der Kommission liege ein entsprechender Brief aus Berlin vor, teilte ein Sprecher am Montag mit. Nun sei es an der früheren Opel-Mutter General Motors und der Opel-Treuhand noch einmal zu prüfen, ob sie den Autobauer nach wie vor an den austro-kanadischen Autozulieferer Magna und dessen russischen Partner Sberbank verkaufen wollten. GM Europe wollte sich zu den Aussagen nicht äußern

(Ag./Red)

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