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Deutschland: Wehmütiger Außenministerwechsel

Sigmar Gabriel (Mitte), mit Gattin Anke und Tocher Marie, übernimmt vom baldigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier (li.)
Sigmar Gabriel (Mitte), mit Gattin Anke und Tocher Marie, übernimmt vom baldigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier (li.)(c) APA/AFP/TOBIAS SCHWARZ (TOBIAS SCHWARZ)
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Frank-Walter Steinmeier übergab sichtlich bewegt das Amt: "Die Weltlage hat uns zusammengeschweißt". Nachfolger Sigmar Gabriel plädiert für eine respektvolle Beziehung zu den USA.

Mit wehmütigen Worten hat sich der bisherige deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier von seinen Mitarbeitern im Auswärtigen Amt in Berlin verabschiedet. "Ich gebe zu, diese Rede heute, die fällt mir schwer", sagte er am Freitag im Weltsaal des Ministeriums. Er empfinde Dankbarkeit und Wehmut. "Die Weltlage hat uns in Atem gehalten, aber sie hat uns auch zusammengeschweißt", sagte er weiter.

Die Ungewissheit in der Welt sei gewachsen, auch die Erwartungen an die deutsche Außenpolitik. Steinmeier scheidet aus dem Kabinett aus, weil er am 12. Februar als Kandidat der Großen Koalition bei der deutschen Bundespräsidentenwahl antritt. Seine Wahl gilt als sicher.

"Ich weiß nicht, ob ein einzelner Minister dieses stolze Amt prägen kann", sagte Steinmeier. "Aber eines weiß ich ganz sicher, dieses Amt hat mich geprägt, Sie haben mich geprägt." Er übergebe seinem Nachfolger Sigmar Gabriel einen Auswärtigen Dienst, der stärker sei als je zuvor. "Ihr seid ein großartiger Laden, ich werde euch vermissen."

Steinmeier: "Unsere Hand sollte ausgestreckt bleiben"

Der neue deutsche Außenminister Sigmar Gabriel will den USA unter ihrem Präsidenten Donald Trump selbstbewusst und respektvoll begegnen. "Was immer in den USA für Töne zu uns herüberschallen, für uns muss es eine Orientierung bleiben", sagte Gabriel in seiner Rede zu seiner Amtseinführung. "Unsere Hand sollte ausgestreckt bleiben."

Gabriel sprach sich aus "für eine respektvolle Zusammenarbeit, die auf dem fußt, was transatlantische Beziehungen in den letzten Jahrzehnten geprägt hat". Dies seien Offenheit, Ehrlichkeit und das Einstehen für die Ideen der jeweiligen Verfassung, also Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

"Aber wir werden auch selbstbewusst die Räume nutzen müssen, die möglicherweise durch eine Abkehr der Vereinigten Staaten von der internationalen Kooperation und dem internationalen Handel entstehen", kündigte Gabriel an. Dabei könne es darum gehen, die Partnerschaft mit China auf eine neue und faire Grundlage zu stellen sowie Europa und Deutschland den Asean-Staaten nach der Kündigung des Handelsabkommens TPP durch Trump als Alternative anzubieten.

(APA/Reuters/dpa)