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Todesstrafe in den USA zu teuer: Abschaffung gefordert

Symbolbild
(c) AP (DAVE MARTIN)

Eine vollstreckte Hinrichtung koste den Staat 30 Millionen Dollar, rechnet die US-Organisation DPIC vor. Sie fordert angesichts der Wirtschaftskrise ein Ende der Todesstrafe.

Eine einzige vollstreckte Todesstrafe in den USA kann den jeweiligen Staat bis zu 30 Millionen Dollar (20,1 Mio. Euro) kosten. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag veröffentlichte Studie des US-Informationszentrums zur Todesstrafe (DPIC), einer Non-Profit-Organisation, die gegen die Todesstrafe auftritt. Das Zentrum bezeichnete diese Kosten angesichts der Wirtschaftskrise als absurd und forderte die Abschaffung der Todesstrafe, die in 35 der 50 US-Staaten legal ist.

Gründe für die enormen Kosten sind der Studie zufolge vor allem lange Prozesse und der extreme Aufwand für die Sicherheitsverwahrung der Verurteilten im Todestrakt. "Im heutigen Wirtschaftsklima ist es nach diesen Zahlen zweifelhaft, dass jetzt irgendwo ein Gesetz zur Einführung der Todesstrafe verabschiedet werden könnte", sagte der Autor der Studie, Richard Dieter, vom DPIC.

30 Millionen Dollar je Hinrichtung

Allein durch die Tatsache, dass ein Verbrechen mit der Todesstrafe geahndet werden könnte, sind die Prozesskosten der Studie zufolge um eine Million Dollar teurer als bei anderen Verfahren. Verhängt werde die Todesstrafe in einem von drei Fällen, vollstreckt in einem von zehn Fällen. Somit fielen für jede Hinrichtung Kosten in Höhe von 30 Millionen Dollar an.

Dieter warnte vor diesem Hintergrund vor Sparmaßnahmen. Würde etwa am Prozessverlauf gespart, steige das Risiko, dass Unschuldige zum Tode verurteilt werden. Vielmehr müsse die Strafe ganz abgeschafft werden. Es sei erwiesen, dass in Ländern, die sie praktizieren, die Kriminalitätsrate keinesfalls niedriger ist als anderswo.

(Ag.)