Hoffen bei Quelle Österreich: Otto-Gruppe prüft Kauf

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Otto-Versand(c) AP (Fabian Bimmer)
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Die deutsche Otto-Gruppe will mit dem Insolvenzverwalter von Quelle rasch Gespräche über die Österreich-Tochter führen. Österreich sei einer der interessantesten Märkte, so ein Sprecher der Otto-Gruppe.

Nach dem Aus des deutschen Versandhandel-Riesen Quelle kämpft die Österreich-Tochter um die Fortführung. Rund 1200 Arbeitsplätze sind davon betroffen. Rettungsanker könnte die deutsche Otto Group, der weltgrößte Versandhauskonzern, werden. Zur Stunde findet laut ORF-Mittagsjournal bei der Quelle in Linz eine Betriebsversammlung statt, bei der die Belegschaft über die aktuelle Situation informiert wird.

"Otto prüft Übernahme"

"Die deutsche Otto Gruppe wird auch eine Übernahme der österreichische Quelle-Tochter in Linz überprüfen. Wir werden jetzt mit der Insolvenzverwaltung schnell Gespräche führen und alle Quelle-Auslandstöchter prüfen, betonte der Sprecher der Otto Group in Hamburg, Thomas Voigt. Österreich sei dabei einer der interessantesten Märkte. Quelle Österreich habe ein gutes Markt-Standig, das gelte auch für das Geschäftsmodell.

Laut Johann Kalliauer, dem Präsidenten der Arbeiterkammer Oberösterreich, sei es offen, ob es für alle Quelle-Auslandstöchter eine gemeinsame Lösung geben werde. Quelle-Chef Wolfgang Binder verwies heute in einer Aussendung auf den "unverändert zufriedenstellenden" Geschäftsverlauf. Man habe bereits Fortführungsmodelle ohne die deutschen Mutter entwickelt. Notwendig dazu sei aber ein Investor.

Quelle wurde 1927 gegründet

Gegründet wurde Quelle von dem Fürther Kaufmann Gustav Schickedanz (1895-1977). Als "Geburtstag" gilt der 26. Oktober 1927, an dem das Unternehmen in das Handelsregister am Amtsgericht Fürth eingetragen wurde. Quelle wuchs schnell und begann auch nach dem Zweiten Weltkrieg rasch wieder zu florieren. Nach dem Tod des Firmengründers führte dessen Witwe Grete Schickedanz (1911-1994) das Unternehmen.

1999 fusionierte Quelle mit Karstadt zum KarstadtQuelle-Konzern, der später in Arcandor umbenannt wurde. Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz, die Tochter von Gustav und Grete Schickedanz, wurde Großaktionärin bei Arcandor. Das Versandhaus arbeitete unter dem Dach der Primondo-Gruppe, in der der Arcandor-Konzern seine Versandaktivitäten bündelte. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei 2,9 Milliarden Euro. Primondo/Quelle beschäftigte in Deutschland rund 10.500 Menschen.

Insolvenzantrag im Juni 2009

Am 9. Juni stellte die Arcandor AG in Essen Insolvenzantrag für sich und unter anderem die Töchter Karstadt, Primondo und Quelle. Die Insolvenz traf Quelle mitten in einem tiefgreifenden Umbau, der bereits in den vergangenen Jahren zu scharfen Einschnitten geführt hatte.

Quelle Österreich ist seit 50 Jahren im Land. Das Unternehmen hat laut der Bilanz von 2008 Verbindlichkeiten von rund 33 Millionen Euro, davon 20 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten. Bei einer Bilanzsumme von 115 Millionen Euro beläuft sich das Eigenkapital auf 38 Millionen Euro. Der Umsatz belief sich zuletzt auf rund 215 Millionen Euro.

(Ag.)

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