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Starker Euro: "Hilflosigkeit der EZB und der EU"

Euro
(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Die Dollar-Schwäche beschäftigt Experten. "Es hilft nichts, dass Trichet gebetsmühlenartig seine Warnung wiederholt", sagen Währungsanalysten. Indes versetzt Australien Investoren einen "Schlag ins Gesicht".

Die EZB und die EU zeigen sich angesichts der Rally des Euro zunehmend hilflos, urteilen Experten der Commerzbank einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge. "Es hilft nichts, dass Trichet gebetsmühlenartig seine Warnung wiederholt. Da nicht anzunehmen ist, dass seinen Worten auch nur irgendwelche Taten folgen, wirken seine Kommentare hilflos. Der Markt wird dadurch eher an die Hilflosigkeit der EZB und der EU erinnert", sagen die Währungsanalysten der Commerzbank. "Der schwache Dollar wird zunehmend zu einem Problem", so die Analyse.

Übergroße Bewegungen auf den Währungsmärkten seien negativ für die finanzielle und wirtschaftliche Stabilität, hatte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Montag nach dem Treffen der Euro-Finanzminister in Luxemburg gesagt. "Wir nehmen mit großem Interesse die Erklärungen der US-Regierung zur Politik des starken Dollars zur Kenntnis", so Trichet weiter.

Australien überrascht erneut

Befeuert wird die Dollar-Schwäche auch durch die Politik der australischen Notenbank. Im Oktober hatte Australien überraschend - als erstes G20-Land seit dem Höhepunkt der Finanzkrise - den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,25 Prozent angehoben. Der australische Dollar erreichte daraufhin den höchsten Stand seit August 2008.

Und die australische Zentralbank überrascht erneut. Sie bezeichnet die Gefahr einer Inflation als größte Sorge. Experten sehen darin ein deutliches Indiz dafür, dass die Zentralbank den Leitzins im November und Dezember weiter anheben wird.

"Schlag ins Gesicht der Investoren"

"Eine sehr expansive Politik ist nicht länger notwendig, und möglicherweise sogar unvernünftig", geht aus den am Dienstag veröffentlichten Sitzungsprotokollen der australischen Nationalbank hervor, wie die Finanz-Nachrichtenagentur "Bloomberg" berichtet.

Das Wort "unvernünftig" sorgte laut "Financial Times Deutschland" für Aufsehen am Devisenmarkt. "Das hat uns regelrecht einen Schlag ins Gesicht versetzt", sagte Stephen Walters, Chefvolskwirt bei JPMorgan Chase.

(phu)