Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Telekommunikation: Festnetz kämpft ums Überleben

Deutscher Experte kritisiert Österreichs Regulierungsbehörde.

WIEN (p.m./APA). Boris Nemsic kritisierte als Chef der Telekom Austria (TA) die „asymmetrische“ Regulierung seines Unternehmens, aber selten die Regulierungsbehörde RTR. Sein Nachfolger Hannes Ametsreiter sieht sie als Hauptursache für den Niedergang des Festnetzes. Also setzt er zum Generalangriff an.

Am Dienstag ließ sich Ametsreiter vor Journalisten bestätigen: Die prekäre Situation des Festnetzes sei „zu einem relevanten Teil regulierungsbedingt“, nicht marktbedingt, sagte Karl-Heinz Neumann, Chef des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK). Der deutsche Telekom-Experte sieht die Deregulierung in Deutschland weiter fortgeschritten, obwohl der Markt in Österreich durch den Mobilfunk weniger „regulierungsbedürftig“ sei. Die TA könne die Abwanderung in den Mobilfunk nicht verhindern, weil sie praktisch keine Festnetz-Flatrates anbieten dürfe. Dabei seien diese ein „in Europa gängiges“ preispolitisches Instrument, sagte Neumann.

Die TA habe nur begrenzt Möglichkeiten, in Glasfasernetze zu investieren, müsse dies aber dringender tun als die meisten anderen Festnetzbetreiber, sagte der deutsche Experte. Den Investitionsbedarf für die Breitbandversorgung von 80 Prozent der österreichischen Haushalte bezifferte er mit fünf Milliarden Euro. Die TA will bis 2013 rund eine Milliarde investieren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.10.2009)