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Banken: Sorger verteidigt sein Investment bei der Hypobank

(c) Michaela Bruckberger
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IV-Präsident schweigt sich über Höhe des Gewinns aus. Für ihn sei dies eine normale Investition mit „hohem Risiko“ gewesen. Ursprünglich sei der Börsegang der Hypo geplant gewesen.

Wien (höll/mac). Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung, hat mit dem Verkauf seines Anteils an der Kärntner Hypo Group Alpe Adria viel Geld verdient. Er war einer der Investoren, die gemeinsam mit dem Vermögensverwalter und späteren Hypo-Chef Tilo Berlin im Dezember 2006 bei der Hypo eingestiegen sind. Wenig später verkaufte die Gruppe den Anteil mit einem kolportierten Gesamtgewinn von 150 Mio. Euro an die Bayerische Landesbank (BayernLB) weiter. Für einen Teil der Geschäfte interessiert sich auch die deutsche Staatsanwaltschaft. In der Vorwoche gab es bei der BayernLB, der Hypo Group und im Büro von Berlin Hausdurchsuchungen.

Ermittelt wird nur gegen den früheren BayernLB-Chef Werner Schmidt. Ihm wird vorgeworfen, für die Hypo Group einen überhöhten Kaufpreis gezahlt zu haben. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Wie viel er bei der Hypo investiert hat, will Sorger nicht sagen – und schon gar nicht, wie viel er verdient hat. Für ihn sei dies eine normale Investition mit „hohem Risiko“ gewesen. Ursprünglich sei der Börsegang der Hypo geplant gewesen. Angesichts der sich verschlechternden Wirtschaftslage sei dies später nicht mehr möglich gewesen. Der Vermögensverwalter Berlin sei ein „Jugendfreund“, sagte der IV-Präsident. Als die BayernLB einstieg, „wurde ich abgeschichtet, wie alle anderen“. Mit der BayernLB habe er dabei nichts zu tun gehabt. Sorger sagte, er habe ein „völlig reines Gewissen“. Von der Staatsanwaltschaft sei er noch nicht einvernommen worden. „Jeder, der mich befragen möchte, kann meinen Ordner von Ankauf bis Verkauf ansehen.“ Und Sorger weiter: „Es tut mir leid, wenn es eine schiefe Optik gibt. Keiner der Investoren will eine schiefe Optik.“

Aufhorchen lässt Sorger mit der Bemerkung, der Kreis der Investoren um Berlin sei viel größer, als bislang angenommen. Bekannt ist, dass neben Sorger auch Leiner-Kika-Eigentümer Herbert Koch und die Flick-Stiftung der Gruppe angehörten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.10.2009)