Russische Kriegsveteranen wollen die OSZE wegen "Beleidigung ihres Andenkens" auf 27 Billionen Euro verklagen. Grund ist eine Resolution der OSZE, in der die Verbrechen von Josef Stalin verurteilt werden.
Eine Gruppe russischer Kriegsveteranen will die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wegen einer Stalin-kritischen Resolution auf 27 Billionen Euro verklagen. Für jeden der 27 Millionen Sowjetbürger, die während des Zweiten Weltkriegs getötet worden seien, verlange die Veteranen-Organisation "Generation der Sieger" wegen "Beleidigung ihres Andenkens" eine Million Euro, sagte der kommunistische Abgeordnete Alexej Kornjenko, der Mitglied der Gruppierung ist, am Dienstag der Zeitung "Kommersant". Daraus ergibt sich die Summe von 27.000.000.000.000 Euro.
Die Klage soll demnach beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht werden.
Klagssumme doppeltes EU-BIP
Anwältin Karina Moskalenko, die auf in Straßburg verhandelte Gerichtsverfahren mit russischer Beteiligung spezialisiert ist, sagte dem "Kommersant", die Klage habe in ihrer derzeitigen Form nur wenig Aussicht, zugelassen zu werden, da unter anderem kein Land als Beklagter genannt werde. Die geforderte Schadenersatz-Summe ist mehr als doppelt so hoch wie das Bruttoinlandsprodukt der gesamten EU.
Resolution verurteilte Stalin-Verbrechen
Die Parlamentarische Versammlung der OSZE hatte im Juli anlässlich des 20. Jahrestags des Falls des Eisernen Vorhangs mit großer Mehrheit eine Resolution verabschiedet, in der die von Sowjet-Diktator Josef Stalin begangenen Verbrechen verurteilt werden. Russland kritisierte die Resolution scharf. Wegen des Sieges gegen Nazi-Deutschland verehren viele Russen Stalin heute noch als Helden.
(Ag./Red)