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Österreich

"Wir sind EU-Bürger zweiter Klasse"

Lukšů lebt mit ihrer kleinen Tochter in Bratislava und arbeitet in einem Modegeschäft in Kittsee im Burgenland. Hier verdiene sie um die Hälfte mehr als in ihrer Heimat, erzählt sie.
Lukšů lebt mit ihrer kleinen Tochter in Bratislava und arbeitet in einem Modegeschäft in Kittsee im Burgenland. Hier verdiene sie um die Hälfte mehr als in ihrer Heimat, erzählt sie.(c) Stanislav Jenis
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Mehr als 100.000 Menschen pendeln täglich aus den östlichen Nachbarländern über die Grenze, um hier zu arbeiten. In Österreich geringgeschätzt, in der Heimat beneidet: Diese Grenzerfahrung machen viele. Anna Lukšů ist eine von ihnen.

Sie hat ihre fünfjährige Tochter heute nicht in den Kindergarten geschickt. Im Hort grassiert ein Virus. Die Kleine hat schon über Bauchschmerzen geklagt. Morgen kann Anna Lukšů ohnehin nicht anders. Da muss die Tochter wieder frühmorgens in den Kindergarten, bevor die Mutter über die Grenze fährt. Anna ist eine von mehr als 100.000 Pendlern, die täglich aus Ungarn, der Slowakei und Tschechien über die Grenze kommen, um in Österreich zu arbeiten.

30 Stunden pro Woche arbeitet die 31-jährige alleinerziehende Mutter als Verkäuferin in einem Modegeschäft im Einkaufszentrum in Kittsee. Der kleine burgenländischen Grenzort ist nur zehn Autominuten von ihrer Wohnung entfernt. „Von meiner Arbeit aus sehe ich die Burg Bratislava“, sagt Anna.