In einem schwachem internationalen Börsenumfeld hat der Wiener Aktienmarkt seine Verluste im gesamten Vormittagsverlauf kontinuierlich ausgeweitet.
Wien (APA) - Die Wiener Börse hat sich heute, Mittwoch, zu Mittag bei hohem Volumen mit schwacher Tendenz präsentiert. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.689,87 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 62,52 Punkten bzw. 2,27 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -0,92 Prozent, FTSE/London -0,77 Prozent und CAC-40/Paris -1,20 Prozent.
In einem schwachem internationalen Börsenumfeld hat der Wiener Aktienmarkt seine Verluste im gesamten Vormittagsverlauf kontinuierlich ausgeweitet. Nachdem die europäischen Börsen noch mehrheitlich im Plus eröffnet hatten, rutschten sie im Vormittagsverlauf geschlossen ins Minus. Marktbeobachtern zufolge zählten die Finanz- und die Rohstoff/Stahlwerte zu den größten Verlierern.
Mit einem Abschlag von 4,62 Prozent auf 25,16 Euro zählten die voestalpine-Werte zu den größten Verlierern im prime market. Neben den schwachen internationalen Sektorvorgaben haben die Analysten der Raiffeisen Centrobank (RCB) ihr Anlagevotum von "Buy" auf "Hold" gesenkt. Das Kursziel wurde hingegen auf 29,50 Euro angehoben. Unterboten wurden die voestalpine-Aktien nur mehr noch von den Frauenthal-Anteilsscheinen. Am Ende der Kurstafel verloren die Titel 4,76 Prozent auf 8,00 Euro.
In einer schwachen europäischen Finanzbranche notierten zu Mittag auch die heimischen Bankenwerte klar im Minus. Die Aktien der Erste Group tendierten mit einem Abschlag von 2,04 Prozent auf 30,29 Euro. Bei außergewöhnlich hohen Umsätzen gaben die Werte von Raiffeisen International um 3,22 Prozent auf 45,73 Euro nach. Die Analysten der UBS empfehlen in einer aktuellen Analyse die Aktie zum Verkauf, das Kursziel wird bei 38 Euro gesehen. Den Experten der Schweizer Großbank zufolge ist der Aktienkurs zu schnell gestiegen.
Die Werte von Andritz sanken um 3,64 Prozent auf 36,51 Euro. Im Rahmen ihrer "Capital Markets Days" in Spanien hat der Andritz-Chef Wolfgang Leitner vor Analysten und Investoren davon gesprochen, dass der Anlagenbauer sein Umsatzziel 2010 verfehlen werde. Auch die Ziele für 2011 seien wahrscheinlich ebenfalls ein Wenig zu hoch.
Mit unterschiedlicher Tendenz präsentierten sich die heimischen Immobilienwerte. So zählten CA Immo International mit einem Abschlag von 4,04 Prozent auf 5,70 Euro und CA Immo Anlagen mit Minus 3,93 Prozent auf 10,76 Euro zu den schwächsten Werten im prime market. Conwert verloren 3,96 Prozent auf 9,22 Euro. Auf der Gegenseite kletterten Immoeast um 2,00 Prozent auf 4,58 Euro nach oben. Die Aktienexperten der UniCredit haben in ihrer jüngsten Studie ihre Anlageempfehlung "Buy" bestätigt. Das Zwölfmonats-Kursziel heben die Experten hingegen von 5,10 auf 6,00 Euro an. Überboten wurden Immoeast von ECO Business mit einem Aufschlag von 2,13 Prozent auf 4,80 Euro.
Zu den wenigen Aktien im positiven Terrain zählten auch Vienna Insurance Group und Semperit. Vienna Insurance Group verteuerten sich um 0,43 Prozent auf 42,07 Euro und Semperit präsentierten sich mit einem minimalem Aufschlag von 0,04 Prozent auf 24,91 Euro. Die UniCredit hat ihr Kursziel von 26,5 auf nunmehr 29,0 Euro nach oben gesetzt. Die Kaufempfehlung "buy" wurde bestätigt.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zu Sitzungsbeginn bei 2.756,52 Punkten, das Tagestief lag knapp nach 11:50 Uhr bei 2.688,78 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 2,04 Prozent tiefer bei 1.277,33 Punkten. Im prime market zeigten sich vier Titel mit höheren Kursen, 40 mit tieferen und zwei unverändert. In zwei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 6.618.036 (Vortag: 5.294.251) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 168,32 (139,78) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Raiffeisen mit 440.120 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 40,08 Mio. Euro entspricht.
(APA)