Belastet von Verlusten bei Aktien wie der OMV, voestalpine und Raiffeisen International hat der heimische Aktienmarkt klar im Minus geschlossen.
Die Wiener Börse hat die Sitzung am Mittwoch bei gutem Volumen mit tieferen Notierungen beendet. Der ATX fiel 39,31 Punkte oder 1,43 Prozent auf 2.713,08 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 57 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.770 Punkten.
Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr:
- Dow Jones/New York +0,45 Prozent
- DAX/Frankfurt +0,37 Prozent
- FTSE/London +0,17 Prozent
- CAC-40/Paris +0,13 Prozent.
Belastet von Verlusten bei den Index-Schwergewichten hat der heimische Aktienmarkt klar im Minus geschlossen. Abschläge bei Aktien wie der OMV, voestalpine und Raiffeisen International hatten den ATX im Tagesverlauf deutlich in die Verlustzone gezogen, der heimische Leitindex war unter die Marke von 2.700-Punkte gerutscht. Angetrieben von einer festen Frühtendenz an den US-Börsen konnte der ATX seine Verluste im Späthandel jedoch noch etwas eingrenzen, dennoch schlossen alle ATX Five-Werte im roten Bereich.
Am Ende des ATX verloren die Werte der voestalpine 2,62 Prozent auf 25,62 Euro. In einem überwiegend schwachen europäischen Stahlsektor standen die Aktien im gesamten Sitzungsverlauf unter Abgabedruck. Die Analysten der Raiffeisen Centrobank (RCB) haben ihr Anlagevotum von "Buy" auf "Hold" gesenkt. Das Kursziel wurde hingegen auf 29,50 Euro angehoben.
Auch die anderen Schwergewichte aus dem ATX Five gerieten deutlich unter Verkaufsdruck. OMV ermäßigten sich um 2,44 Prozent auf 29,60 Euro. Unter den Bankenwerten gingen Raiffeisen International mit einem Abschlag von 2,29 Prozent bei 46,17 Euro aus dem Handel. Die Analysten der UBS empfehlen in einer aktuellen Analyse die Aktie zum Verkauf, das Kursziel wird bei 38 Euro gesehen. Den Experten der Schweizer Großbank zufolge ist der Aktienkurs zu schnell gestiegen. Erste Group fielen um 1,03 Prozent auf 30,60 Euro und Telekom Austria um 1,63 Prozent auf 12,05 Euro.
Die Aktien des Anlagenbauers Andritz schlossen mit einem Minus von 2,51 Prozent auf 36,94 Euro. Im Rahmen ihrer "Capital Markets Days" in Spanien hat der Andritz-Chef Wolfgang Leitner vor Analysten und Investoren davon gesprochen, dass der Anlagenbauer sein Umsatzziel 2010 verfehlen werde. Auch die Ziele für 2011 seien wahrscheinlich ebenfalls ein wenig zu hoch.
Sowohl größere Gewinne als auch Verluste gab es bei den heimischen Immobilienwerten. Während Immoeast und Immofinanz die größten Tagesgewinner im prime market stellten, rutschten CA Immo International und Conwert ans untere Ende.
Immoeast verteuerten sich um 4,68 Prozent auf 4,70 Euro und Immofinanz um 2,98 Prozent auf 3,11 Euro. Die Aktienexperten der UniCredit haben in ihrer jüngsten Studie die Anlageempfehlung "Buy" für Immoeast-Titel bestätigt. Das Zwölfmonats-Kursziel heben die Experten hingegen von 5,10 auf 6,00 Euro an.
Auf der Gegenseite gaben die Conwert-Anteilsscheine um 4,06 Prozent auf 9,21 Euro nach und CA Immo International schlossen mit einem Abschlag von 3,87 Prozent bei 5,71 Euro.
Am Tag der Ergebnisvorlage schlossen die Aktien von AT&S unverändert bei 6,40 Euro. Der steirische Leiterplattenhersteller hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2009/10 im Konzern einen Verlust von 49,9 Mio. Euro ausgewiesen. In einer Ersteinschätzung bewertete ein Händler jedoch den Ausblick als sehr positiv.
Semperit verloren 0,60 Prozent auf 24,75 Euro. Die UniCredit hat ihr Kursziel von bisher 26,5 auf nunmehr 29,0 Euro nach oben gesetzt. Die Kaufempfehlung "buy" wurde von den Experten bestätigt, da sie einen sehr positiven Effekt von dem defensiven Geschäft mit Untersuchungshandschuhen erwarten, der die negativen Auswirkungen der Wirtschaftskrise mehr als ausgleichen sollte.
(APA)