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Österreich

Der globale Steuerwettlauf beginnt

Augustinergasse, Zürich
Augustinergasse, Zürich(c) imago/Travel-Stock-Image
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Am Sonntag entscheiden die Schweizer, wie viel sie Unternehmen abverlangen wollen. Auch die Briten und die USA planen drastische Steuersenkungen. Der Druck auf Österreich steigt.

Wien. Wenn die Eidgenossen am Sonntag zu den Wahlurnen schreiten, lohnt es sich auch für Österreich, ganz genau hinzusehen. Stimmen die Schweizer dafür, die Gewinnsteuern für Unternehmen von 21 auf 15 Prozent zu senken, wird das den aufkeimenden Wettkampf um die niedrigsten Steuersätze zwischen den Staaten weiter anheizen. Denn die Schweiz ist nicht allein.

Aus Sorge, dass nach dem EU-Austritt viele Unternehmen Großbritannien verlassen könnten, kündigte etwa die britische Premierministerin, Theresa May, an, die Unternehmenssteuern auf „unter 15 Prozent“ zu senken. Sollte die EU den Briten bei den Austrittsverhandlungen zu viele Steine in den Weg legen, könnten es auch nur zehn Prozent werden, warnte sie. Das ist weniger als die Hälfte dessen, was die EU-Länder im Schnitt einheben. Österreichs Nachbarland Ungarn ist bereits einen Schritt weiter. Mit Jahresbeginn müssen Unternehmen dort nur noch neun statt bisher 19 Prozent ihrer Gewinne an den Staat abliefern. Nachdem Regierungschef Viktor Orbán internationale Konzerne bisher stets mit Sondersteuern vergrault hat, positioniert er das Land damit schlagartig als die neue Steueroase der EU (siehe Grafik).