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Biathlon-WM: Österreichs Herren-Staffel gewinnt Bronze

Jubel
JubelAPA/BARBARA GINDL
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Schlussläufer Dominik Landertinger setzte sich im Duell um Platz drei gegen Deutschland durch. Der Sieg ging an Russland vor Frankreich.

Die Herren-Staffel hat Gastgeber Österreich in Hochfilzen wie schon bei der Heim-WM 2005 mit einer Bronzemedaille erlöst. Daniel Mesotitsch, Julian Eberhard, Simon Eder und Dominik Landertinger jubelten am Samstag vor der Rekordkulisse von 22.300 Zuschauern über das ersehnte Edelmetall. Besser waren am vorletzten WM-Tag nur Russland und Frankreich.

Landertinger lag bis zum letzten Schießen mit dem da schon führenden Anton Schipulin und Martin Fourcade im Kampf um den Sieg. Wegen eines Nachladers ging es danach zwar nicht mehr um Gold und Silber. Den gleichzeitig vom Schießstand weggelaufenen Deutschen Simon Schempp hängte der Ex-Weltmeister aber mit einer unwiderstehlichen Attacke im letzten langen Anstieg ab. "Geil, eine Medaille. Es ist wirklich, wirklich wunderschön. Ich bin stolz, dass ich da vor dieser Kulisse laufen darf. Mit der Medaille ist das Ziel erreicht, ich bin sehr glücklich", meinte Landertinger, der Schempp schlussendlich um 9,5 Sekunden distanzierte.

Die Verantwortung als Schlussläufer sei das Grauslichste, das es gibt. "Ich habe es im Schießen gut durchgezogen und dann gegen Schempp noch einmal spannend gemacht. Gott sei Dank ist es sich ausgegangen. Ich habe alles herausgeholt", betonte der Hochfilzener. Auf Fourcade fehlten ihm 14,3 Sekunden. Schipulin lag 20,1 Sekunden vor dem Olympiazweiten im Sprint. Das Bronze-Quartett sorgte im Wettstreit von 26 Nationen für die erst dritte ÖSV-Staffelmedaille in der WM-Geschichte nach Bronze vor zwölf Jahren in Hochfilzen und Silber 2009. Insgesamt war es Nummer 15.

Mesotitsch: "Sind überwältigt"

Mesotitsch war auch schon 2005 Teil des rot-weiß-roten Teams gewesen. "Es fühlt sich genauso genial an wie damals. Wir sind total überwältigt von den Emotionen. Diese Medaille gehört zu einem Riesenanteil unseren Wachslern. Sie können heute den ganzen Abend durchfeiern, es geht alles auf uns", sagte Mesotitsch, bevor es zur Medaillenübergabe und der anschließenden Feier im TirolBerg ging.

Diese dürfte für seine Teamkollegen allerdings kurz ausfallen. Denn Eberhard, Eder und Landertinger sind auch noch am Sonntag im Massenstart im Einsatz. Eder und Landertinger gehörten 2009 und wie Mesotitsch auch schon bei den Olympiamedaillen 2010 (Silber) und 2014 (Bronze) den erfolgreichen ÖSV-Staffeln an.

Startläufer Mesotitsch (1 Nachlader) hatte als Achter an Eberhard übergeben. Der schnelle Salzburger (4) verbesserte sich auf Rang fünf, ehe Eder (3) das Team in die Medaillenränge schob. "Unbeschreiblich, wir haben schon von dieser Medaille geträumt, seit wir wissen, dass die WM in Hochfilzen ist. Wir haben darauf sehr lange warten müssen, aber jetzt ist es umso schöner", so der Vorjahres-Einzelmedaillengewinner Eder.

Erste Medaille für Eberhard

Eberhard, der bisher mit zwei Top-Ten-Ergebnissen in den Einzelrennen der beste ÖSV-Mann gewesen war, durfte sich über seine erste Medaille freuen. "Ich war dreimal knapp dran, diese Medaille gehört aber der ganzen Mannschaft. Darum freue ich mich für alle umso mehr, dass wir heute endlich mal etwas in der Hand haben", sagte Eberhard.

ÖSV-Cheftrainer Reinhard Gösweiner atmete am Schießstand nach der dramatischen Entscheidung kräftig durch. "Die Erleichterung ist riesengroß, weil man darf sich echt nichts leisten, das hat man heute wieder gesehen", sagte Gösweiner im Gespräch mit der APA. Landertinger habe wieder einmal bewiesen, welch bärenstarker Schlussläufer er ist, ergänzte der langjährige Coach des Tirolers.

Auch der aus St. Moritz eingeflogene ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel strahlte mit der wiedergekehrten Sonne um die Wette. "Wenn wir als Veranstalter ÖSV keine Medaille gewonnen hätten, wäre das natürlich bitter gewesen, jetzt haben wir eine und sind sehr zufrieden. Vielleicht gibt es ja noch eine", meinte Schröcksnadel und bewunderte die Stimmung im Stadion. "Wenn ich das mit St. Moritz vergleiche, ist es hier um vieles besser. Da braucht es in St. Moritz schon einen guten Tag."

(APA)