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Online-Handel bei Spar noch auf bescheidenem Niveau

Spar-Chef Gerhard Drexel
Spar-Chef Gerhard DrexelAPA/HELMUT FOHRINGER
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Spar setzt in Östereich 6,4 Milliarden Euro um. Der Online-Anteil ist bescheiden. 600 Millionen Euro werden in die Modernisierung der Filialen investiert.

Der Handelskonzern Spar ist im vergangenen Jahr stärker als die Branche insgesamt gewachsen. Der Umsatz stieg in Österreich um 5,3 Prozent auf 6,42 Milliarden Euro. Die Lebensmittelhändler insgesamt legten laut Nielsen-Daten nur um 1,9 Prozent zu. Online würden die Umsätze zwar von Woche zu Woche steigen, aber auf bescheidenem Niveau, wie Spar-Chef Gerhard Drexel im APA-Gespräch einräumte.

Spar ist im September 2016 als letzter Vollsortimenter mit seiner Schiene Interspar in den Online-Versand von Lebensmitteln eingestiegen. "Wir sehen den Online-Shop als Investition in die Zukunft, nicht als Umsatzmaximierungsmaschine", sagte Drexel. Der Spar-Boss schätzt, dass der Lebensmittelhandel derzeit weniger als ein Prozent des Umsatzes online macht. "Wir haben den ersten Hype bewusst abgewartet und uns nicht treiben lassen von der Konkurrenz." Derzeit beliefert Interspar nur in Wien und Umgebung. Ende März will der Händler auch in Salzburg und Umgebung starten.

600 Millionen Euro für Filialen

Im Vorjahr sicherte sich Spar 28 Standorte der pleitegegangenen Supermarktkette Zielpunkt sowie 62 Billa-Märkte in Kroatien. Das Closing wird für März erwartet. In Österreich eröffnete der Händler 30 neue Märkte und unterzog rund 100 Filialen einer Modernisierung oder Erweiterung. In Summe nahm der Konzern im In- und Ausland für all diese Maßnahmen mehr als 600 Millionen Euro in die Hand. Auch heuer seien Investitionen in dieser Größenordnung geplant.

Die Auslandstochter Aspiag, in ihr sind alle Auslandsniederlassungen gebündelt, erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von 4,86 Milliarden Euro (+3,4 Prozent). Den größten Zuwachs gab es in Ungarn (+5,2 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro). "In Ungarn hat sich alles zum Guten gewendet. Das Betriebsergebnis ist sehr positiv", so Drexel. Spar wehte in Ungarn viele Jahre ein rauer Wind entgegen, einige Gesetze der Orban-Regierung erschwerten das Geschäft. Die Folge waren Umsatzeinbußen sowie Verluste.

In Kroatien erzielte der Konzern einen Umsatz von 380 Mio. Euro (+1,8 Prozent). Die inzwischen auch vom Kartellamt abgesegnete Übernahme von 62 Billa-Märkten ist hier noch nicht mitberücksichtigt. In Slowenien wuchsen die Erlöse um 2,9 Prozent auf 750 Millionen Euro. Der größte Auslandsmarkt Italien brachte dem Konzern einen Umsatz von 2,07 Milliarden Euro (+2,8 Prozent). Laut Drexel verzeichnet Spar in all seinen Auslandsmärkten positive Ergebnisse.

Umsatzzuwächse erzielte das Unternehmen auch in den Geschäftsbereichen außerhalb des Lebensmittelhandels. In der Shoppingcenter-Tochter SES mit in Summe 30 Einkaufszentren in mehreren Ländern stiegen die Erlöse um 6 Prozent auf 2,85 Milliarden Euro. Die Sporthandels-Tochter Hervis erwirtschaftete 493 Millionen Euro, um 5,2 Prozent mehr als 2015.

400 Lehrlinge fehlen

Insgesamt betreibt die Spar-Gruppe im In- und Ausland über 3.000 Standorte, beschäftigt 77.480 Menschen und machte damit 2016 einen Gesamtverkaufsumsatz von 13,80 Milliarden Euro (+4,8 Prozent). Allein in Österreich beschäftigt der Handelskonzern rund 42.800 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, davon mehr als 2.300 Lehrlinge. Im vergangenen Jahr schuf Spar nach eigenen Angaben in Österreich 1.360 zusätzliche Jobs.

Wie die Einzelhandelsbranche insgesamt findet auch Spar nicht genügend qualifizierte Lehrlingskandidaten, berichtete Drexel. "Wir bieten 2.700 Lehrstellen an, können derzeit aber nur 2.300 besetzen." Österreich habe die große Bildungsreform noch vor sich. In den vergangenen Jahren habe sich hier nichts getan, bemängelte er.

Der ab 2018 neu geschaffene Lehrberuf Online-Händler spiele bei Hervis sicher eine größere Rolle als im Lebensmittelbereich von Spar, so Drexel. Der Sportartikelhändler habe schon seit 2015 die Zusatzqualifikation "Digitaler Verkäufer" in seinem Ausbildungs-Programm verankert. Hervis setzt seit einigen Jahren stark auf das Online-Geschäft bzw. die Verschmelzung von online und offline.

(APA)