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Sonne, Mond und LED-Lampen

61 Wiener Opernball 2017 Michel Mayer Lena Hoschek Niki Osl Anelia Peschev 23 02 2017 Wien Sta
(c) imago/Viennareport (imago stock&people)
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Auf dem 61. Wiener Opernball wurden keine Couturekleider verschwendet, sondern recycelt.

Wien. „Ich kann mich an dieses Kleid erinnern. Kann das sein?“, fragte Mirjam Weichselbraun bei ihren Teppichgesprächen vor der Eröffnung des Opernballs am Donnerstag bei Sunnyi Melles so süß nach, dass klar war: Na freilich kann sie sich erinnern. Sunnyi Melles trägt seit Jahren dasselbe Kleid. Es ist schwarz, wird mit dem Bayerischen Verdienstorden dekoriert, hat entweder Träger oder nicht (Opernball 2017: nein. Berlinale 2015: ja), LED-Lämpchen sind eingenäht, und die Schauspielerin liebt es einfach, wie sie sagt. Albert Kriemler von Akris hat es ihr geschenkt. Und jemand, der Couture (im Wert eines SUVs, aber wer weiß das schon) besitzt, sollte sie auch öfter tragen. „Couture muss zeitlos sein“, unterstützte auch die steirische Designerin Lena Hoschek den Recycling-Ansatz, der vor einigen Jahren noch als Etikettentragödie galt. Nebenbei verriet sie, dass das Besondere ihrer Eigenkreation nicht die Form, sondern der Inhalt sei. Unter Hoscheks silbernen Schlaufen war der wachsende Nachwuchs versteckt. Bei anderen wurde weniger kaschiert, Operndiva Anna Netrebko hatte ihren großen – stattlichen – Auftritt in Oscar de la Renta, mit strahlender Stirnkette von Chopard. Ein Anblick, der an eine Sonnenkönigin erinnerte. Umgekehrt wirkte Organisatorin Maria Großbauer wie eine Königin der Nacht in einem hocheleganten, dunkelblauen Armani-Privé-Kleid. Die Anspannung konnte man ihr an der Frisur ablesen. Moderatorin Weichselbraun bekam übrigens wieder eine Robe von J.C. Hoerl. Rot, asymmetrisch, irgendwie kompliziert. Mit dem Cape hatte der Wiener Designer bis zur letzten Minute zu tun. Und wohl auch mit ein paar anderen, Hoerl ist der In-Ausstatter der Wiener Ballnächte. Goldie Hawn, Lugners Logengast, setzte mit ihren 71 Jahren lieber auf einen jugendlichen Pailletten-Schlauch von Badgley Mischka. Die Einheit des Looks brach sie – der schärferen Sicht wegen – später mit einer dicken Brille auf. (sh)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.02.2017)