Constantia Bank wegen Lehman-Garantieprodukt verurteilt

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ARCHIVBILD: CONSTANTIA PRIVATBANK(c) APA (Georg Hochmuth)
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Die Constantia Privatbank hat ein Zertifikat mit "100 Prozent Kapitalgarantie" verkauft, für das Lehman Brothers Garantiegeber war. Ein Anleger klagte erfolgreich gegen den fehlenden Hinweis auf Risiken.

Der Constantia Privatbank hat weiter mit der Pleite der US-Bank Lehman Brothers zu kämpfen. Êin ehemaliger Vorstand der Creditanstalt war wegen des von der CPB vertriebenen Zertifikats "Dragon FX Garant", bei dem Lehman Garantiegeber war, vor Gericht erfolgreich. Wie das "WirtschaftsBlatt" berichtet, hat das Handelsgericht (HG) Wien damit vor wenigen Tagen zu Gunsten eines "Dragon"-Anlegers entschieden. Laut dem nicht rechtskräftigen Urteil werde im "Verkaufsprospekt in keinster Weise auf die Risiken hingewiesen".

Stattdessen sei darin von "100 % Kapitalgarantie", von "Rückzahlung des Kapitals zu 100 % garantiert" und von "kein Verlustrisiko" die Rede, "obwohl im Kapitalmarktprospekt auf mehr als zehn Seiten auf die Risiken eingegangen wird". Zu diesem Schluss kommt Richterin Sonja Michlmayr in ihrem dreiseitigen Urteil laut Zeitung. Die Richterin kritisiere auch den "am Ende der Werbebroschüre allgemein gehaltenen Verweis auf den Kapitalmarktprospekt, der eine vertrauenszerstörende Warnung des Kunden nicht begründet".

Für Anlegeranwalt Ulrich Walter ist "das Besondere an diesem Urteil, dass die daraus hervorgeht, dass auch ein geschulter und versierter Anleger aus dem Dragon FX Garant-Werbefolder der Constantia Privatbank die tatsächlichen Risiken und Gefahren nicht erkennen konnte". Laut Richterin habe es jedenfalls für den Anleger keinen Grund gegeben, sich zusätzlich noch den Kapitalmarktprospekt anzuschaffen.

(APA)

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