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Euro-Kurs: "Bei 1,55 Dollar ist kritischer Punkt erreicht"

Euro-Dollar Kurs
(c) AP (Michael Probst)
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Ab einem Euro-Kurs von 1,55 Dollar könnte die Nachfrage dramatisch einbrechen. Exporte in den Dollar-Raum würden sich dann nicht mehr lohnen, warnt ein deutscher Ökonom.

Eine aktuelle Studie warnt vor den Schattenseiten eines zu starken Euros. "Eine weitere Aufwertung des Euro im restlichen Jahresverlauf wird einen entscheidenden Einfluss auf das Wachstum 2010 haben", sagt Ansgar Belke, Mitverfasser der Studie, "Financial Times Deutschland" zufolge. Belke ist Mitglied des Monetary Experts Panel des Europäischen Parlaments. Erst vergangene Woche war der Euro auf einen Kurs von über 1,50 Dollar gestiegen.

"Bei 1,55 Dollar ist kritischer Punkt erreicht"

Zuletzt hatte sich auch Jean-Claude Juncker, Vorsitzender der Eurozone-Finanzminister, besorgt über die Eurostärke gezeigt.

In seiner Studie hat Belke nun gemeinsam mit dem deutschen Ökonomen Matthias Göcke den Einfluss des Euro-Dollar-Wechselkurses auf die deutschen Exporte im Zeitraum von 1995 bis 2008 untersucht. Sein Urteil: "Bisher dämpft der starke Euro die Nachfrage nach deutschen Gütern nur schwach. Ab 1,55 Dollar wäre jedoch ein kritischer Punkt erreicht, ab dem die Nachfrage dramatisch fiele und sich die Ausfuhren in den Dollar-Raum für viele Exporteure nicht mehr lohnen würde".

Warnung vor Hedging-Geschäften

Belke warnt Firmen davor, sich mittels Hedging-Geschäften gegen Währungsschwankungen abzusichern: "Kurz- und mittelfristig mögen sich Firmen dadurch Spielräume gegenüber einer Euro-Aufwertung verschaffen können. Langfristig erhöht das Hedging jedoch die Kosten und mindert so die Ertragsperspektive des Exports".

(phu)