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Irak

Hinweise auf Giftgaseinsatz bei Mossul

Die Kämpfe im Westen Mossuls vertrieben bisher mehr als 45.000 Zivilisten.
Die Kämpfe im Westen Mossuls vertrieben bisher mehr als 45.000 Zivilisten.Reuters
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Das Rote Kreuz registrierte sieben Patienten mit entsprechenden Symptomen. Unterdessen rückte die irakische Armee weiter auf das Stadtzentrum der Hochburg der Terrormiliz Islamischer Staat vor - Tausende Menschen flohen.

Bei den Kämpfen der irakischen Armee gegen die IS-Terrormiliz in der Großstadt Mossul sind wahrscheinlich Chemiewaffen eingesetzt worden. Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) teilte am Sonntag mit, sie sei besorgt über entsprechende Berichte. "Die OPCW hat die irakischen Behörden um zusätzliche Informationen gebeten und Unterstützung bei der irakischen Untersuchung angeboten." Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) geht wegen entsprechender Hinweise vom Einsatz von Giftgas aus. Sieben Patienten hätten Symptome, die darauf schließen ließen, hatte die Organisation am Freitag mitgeteilt. Die fünf Kinder und zwei Frauen, die in den vergangenen zwei Tagen eingeliefert worden seien, würden in einem Krankenhaus in der Nähe von Mossul behandelt. Bisher ist nicht geklärt, welche Gruppe Giftgas eingesetzt hat.

Unterdessen rückte die irakische Armee am Sonntag weiter auf das Stadtzentrum der Hochburg der Terrormiliz Islamischer Staat vor - Tausende Menschen flohen. Die Vereinten Nationen teilten mit, dass der Einsatz von chemischen Waffen ein Kriegsverbrechen sei. Sollten sich die Berichte bestätigen, wäre dies zudem eine ernsthafte Verletzung des internationalen humanitären Rechts, sagte die humanitäre Koordinatorin der UN im Irak, Lise Grande, am Samstag. Vor der Offensive auf Mossul war immer wieder befürchtet worden, dass der IS Chemiewaffen im Kampf gegen anrückende Soldaten einsetzen könnte. Es wird vermutet, dass die Jihadisten entsprechende Kampfmittel besitzen.

Derweil kämpften irakische Regierungstruppen in mehreren Stadtteilen im Westen Mossuls gegen den IS. Dabei seien Polizeistationen und Militärgebäude erobert worden. Die Kampfgebiete sind teilweise nur etwa zwei Kilometer von dem eng bebauten Stadtzentrum Mossuls entfernt. Die Kämpfe im Westen Mossuls vertrieben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge bisher mehr als 45.000 Zivilisten. Sie registrierte 7.619 geflüchtete Familien. Unter den Flüchtlingen seien auch viele Kinder, hieß es in einer Mitteilung vom Sonntag. Ein Militärbündnis unter Führung der irakischen Armee hatte im Oktober eine Offensive auf die nordirakische Stadt begonnen, um die Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus ihrem wichtigsten Stützpunkt zu vertreiben. Mossul ist die letzte Hochburg des IS im Irak. Sollten die sunnitischen Extremisten die Großstadt verlieren, wären sie im Irak militärisch weitestgehend besiegt.

 

 

(APA/dpa)