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Ehemalige Heimkinder bekommen Entschädigung

Ehemalige Heimkinder bekommen finanzielle Unterstützung für Pension
Alois StögerAPA/HELMUT FOHRINGER

Etwa 7000 Gewaltopfer sollen 300 Euro monatlich erhalten. Über die Aufteilung der Kosten wird noch mit Ländern und Kirche verhandelt.

Für Gewaltopfer in Heimen hat der Ministerrat am Dienstag eine zusätzliche finanzielle Entschädigung beschlossen. Rund 7000 Betroffene erhalten zukünftig eine gesetzliche Rentenleistung von 300 Euro monatlich. Der Bezug startet mit dem Erhalt einer Pension bzw. mit Erreichen des Pensionsalters.

Nach 1945 wurden tausende Kinder und Jugendliche aus ihren Familien entfernt oder von ihren Eltern in Heime gesteckt, wo sie in vielen Fällen gequält oder vernachlässigt wurden. Bisher haben die Heimträger die rund 7000 Betroffenen mit insgesamt über 80 Mio. Euro entschädigt. Für diese Gewaltopfer wurde am Dienstag eine zusätzliche finanzielle Entschädigung beschlossen.

Missbrauchsopfern "endlich gerecht werden"

Die Abwicklung erfolgt über die Sozialversicherungsträger oder das Sozialministeriumservice. Damit soll man der staatlichen Verantwortung gegenüber Missbrauchsopfern "endlich gerecht werden", bekräftigte Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) in einer Aussendung.

Die Rentenleistung beläuft sich auf 300 Euro monatlich. Für das Jahr 2017 betragen die Gesamtkosten rund drei Mio. Euro, danach laut Aussendung durchschnittlich neun Mio. Euro. Über die Aufteilung der Kosten werden Finanz- und Kanzleramtsminister noch Gespräche mit Ländern und Kirche führen, hieß es weiters.

(APA)