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Dies Wachstum ist auf Sand gebaut

Shopping-mall in München
Shopping-Mall in München(c) REUTERS (Michaela Rehle)
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Die globale Erholung ist zu stark vom privaten Konsum getrieben, warnt die BIZ. Nachhaltig sei ein Aufschwung nur dann, wenn Investitionen und Exporte mitziehen.

Die Weltwirtschaft erholt sich, langsam aber doch. An den Unternehmen liegt es kaum, sie halten sich mit Investitionen sehr zurück. Auch die Exporte laufen fast nirgends rund, weil sich der internationale Handel so schwach entwickelt. Und den meist hoch verschuldeten Staaten fehlt der Spielraum zum Geldausgeben. Aber gottlob gibt es ja noch die privaten Haushalte, die kräftig konsumieren und damit den Aufschwung tragen. Eifrig befeuert von niedrigsten Zinsen, für die schon seit fast zehn Jahren alle großen Notenbanken sorgen Es ist eine grimmige Ironie, dass nun ausgerechnet die „Zentralbank der Zentralbanken" vor dieser Entwicklung warnt.

Wachstumsphasen, die stark vom privaten Konsum getrieben sind, fallen deutlich schwächer und kürzer aus als solche, an denen auch Investitionen und Ausfuhren ihren Anteil haben – wenn sie nicht überhaupt in platzenden Blasen und Abstürzen enden. Zu diesem Schluss kommen Ökonomen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich im aktuellen BIZ-Quartalsbericht, nachdem sie die Daten seit 1991 für 19 Industrienationen ausgewertet haben. In hoch entwickelten Volkswirtschaften ist der Privatkonsum zwar immer die stärkste Stütze, im Schnitt mit 56 Prozent. Aber von ihm getrieben ist eine Erholung nur dann, wenn er stärker wächst als das BIP in Summe. Die Zahl solcher „Konsumboom"-Länder in der Auswahl stieg seit 2012 von sieben auf zwölf. Dazu gesellten sich etwa die USA und Großbritannien. Aber auch Schwellenländer wie China folgen dem Trend. Und die Vergangenheit zeigt: Das ist kein gutes Zeichen.