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Seligsprechung von Johannes Paul II. im Rekordtempo

Papst Johannes Paul II.
(c) EPA (Maurizio Brambatti)
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Nur fünf Jahre nach seinem Tod soll Karol Wojtyla selig gesprochen werden - das wäre ein neuer Rekord. Rom und Krakau rüsten sich jetzt schon für den Pilgerstrom und wollen bei Veranstaltungen zusammenarbeiten.

Die Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. (1920-2005) steht offenbar unmittelbar bevor. Mai oder Oktober 2010 gelten Indiskretionen zufolge als mögliche Termine. "Jetzt besprechen die Kardinäle das Seligsprechungsverfahren. Die Diskussion wird bis Jahresende abgeschlossen. Wir warten auf die Entwicklungen im nächsten Jahr", sagte der Postulator der Causa, Monsignore Slawomir Oder, ohne zeitliche Angaben zur Seligsprechung zu geben.

Rom und Krakau bereiten sich bereits auf die großen Feierlichkeiten vor. Die beiden Städte wollen bei der Vorbereitung der großen Feierlichkeiten für die Seligsprechung von Karol Wojtyla kooperieren, berichtete die römische Tageszeitung "Il Messaggero" am Mittwoch.

"Wir müssen bereit sein, einen Ansturm von Pilgern zu empfangen. Wir wollen vielfältige Veranstaltungen rund um die Seligsprechung organisieren. Es wird ein großes Fest der Brüderlichkeit werden", meinte der römische Bürgermeister Gianni Alemanno. Er hat mit seinem Krakauer Amtskollegen Jacek Majchrowski ein religiöses und kulturelles Abkommen abgeschlossen.

Zeremonien zur Seligsprechung von Johannes Paul II. sollen nicht nur im Vatikan, sondern auf dem Universitätsgelände von Tor Vergata südlich von Rom stattfinden, wo Johannes Paul II. im Jubiläumsjahr 2000 im Rahmen des Weltjugendtreffens junge Gläubige aus der ganzen Welt getroffen hatte. "Anlässlich der Seligsprechung rechnen wir wieder mit riesigen Menschenmengen - wie jene, die nach dem Tod von Johannes Paul II. und in den wichtigsten Momenten seines Pontifikats nach Rom geströmt sind", erklärte der römische Bürgermeister.

Seligsprechung im Eilverfahren

Offiziell hat der Vatikan das Seligsprechungsverfahren für Johannes Paul II. im Juni 2005 in Rom eröffnet. Es wurde zunächst parallel in Rom und in Krakau geführt. Beobachter erwarteten damals eine Prozessdauer von drei bis sechs Jahren. Das bisher kürzeste Verfahren der Neuzeit war das für Mutter Teresa von Kalkutta (1910-1997), die 2003 seliggesprochen wurde, nur sechs Jahre nach ihrem Tod.

Das Kirchenrecht schreibt normalerweise eine Fünfjahresfrist zwischen dem Tod und dem Auftakt des Verfahrens vor. Diese Frist setzte Benedikt XVI. für seinen Vorgänger außer Kraft. Schon wenige Wochen nach seinem Amtsantritt kündigte er an, der Seligsprechungsprozess könne unverzüglich beginnen.

(Ag.)