Mit 655 Millionen Euro verdiente der VW-Konzern in den ersten neun Monaten 2009 weniger als ein Fünftel der 3,7 Milliarden von 2008. Bei allen Marken ging der Absatz zurück, die Lager werden weiter verkleinert.
Der Volkswagen-Konzern erlebt nach drei Quartalen einen herben Dämpfer auf seinem eingeschlagenen Weg zum größten Autobauer der Welt. Während die Absatzzahlen im Jahresvergleich noch relativ stabil blieben, sackte der Gewinn dramatisch ab. Konkret verdiente VW in den ersten neun Monaten netto 655 Millionen Euro, weniger als ein Fünftel des Vorjahreswerts. Davon entfielen 161 Millionen auf das abgelaufene dritte Quartal.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
Volkswagen Veränderung 3. Qu 093. Qu 08in Mio. €in %Umsatz 25.956 28.932 -2.976-10,29Ergebnis operativ 278 1.485 -1.207-81,28Ergebnis vor Steuer 262 1.481 -1.219-82,31Nettoergebnis 161 1.161 -1.000-86,13nach Minderheiten 172 1.207 -1.035-85,75 Volkswagen Veränderung 1.-3.Q 091.-3.Q 08in Mio. €in %Umsatz 77.158 85.432 -8.274-9,68Ergebnis operativ 1.518 4.919 -3.401-69,14Ergebnis vor Steuer 1.065 5.264 -4.199-79,77Nettoergebnis 655 3.733 -3.078-82,45nach Minderheiten 719 3.780 -3.061-80,98Verkauf läuft noch
Dabei konnte VW um mit 4,6 Millionen Fahrzeugen nur fünf Prozent weniger Fahrzeuge absetzen als vor einem Jahr. Jedoch fand eine Verlagerung statt: Auch durch die Abwrackprämie in Deutschland waren vor allem kleinere, billigere Autos gefragt - und an diesen verdient VW auch deutlich weniger als an hochpreisigeren Modellen.
Die Absätze im Überblick:
Absatz (Auswahl) Veränderung in Tausend Stück1.-3.Q 091.-3.Q 08absolutin %nach Marken VW Pkw 2.542 2.820 -278,00-9,86Audi 852 970 -118,00-12,16Skoda 409 504 -95,00-18,85Seat 235 291 -56,00-19,24Bentley 3 7 -4,00-57,14VW Nutzfahrz. 204 349 -145,00-41,55VW China 997 769 228,0029,65Nach Märkten Europa 2.519 2.881 -362,00-12,57Nordamerika 326 392 -66,00-16,84Südamerika 629 673 -44,00-6,54Asien/Pazifik 1.145 909 236,0025,96Gesamt4.6164.856-240,00-4,94Audi noch am profitabelsten
Operativ brachte die Marke Audi den höchsten Gewinn, sowohl in absoluten Zahlen als auch in Relation zu den Absatzzahlen:
Operatives Ergebnis
Veränderung im Mio. Euro1.-3.Q 091.-3.Q 08absolutin %VW Pkw 335 1.889 -1.554,00-82,27Audi 1.172 2.059 -887,00-43,08Skoda 162 455 -293,00-64,40Seat -228 -30 -198,00660,00Bentley -148 82 -230,00-280,49VW Nutzfahrz. 390 283 107,0037,81Scania 98 227 -129,00-56,83VW-Chef Martin Winterkorn betonte dennoch: "Der Volkswagen-Konzern behauptet sich trotz aller Widrigkeiten ausgesprochen gut." Während der Weltmarkt um 12 Prozent nachgab, verzeichne VW ein stabiles Auslieferungsniveau. Der Konzern mit seinen vielen verschiedenen Marken sei "auch in schwierigen Zeiten gut aufgestellt." Das Geschäftsklima bleibe aber rau.
Gut gerüstet für Porsche
Auch finanziell ist der Konzern vor der anstehenden Übernahme des Sportwagenbauers Porsche gut gerüstet. Ende September hatte VW den Angaben zufolge 13,4 Mrd. Euro in der Kasse, 5,4 Milliarden mehr als Ende vergangenen Jahres.
Bis Ende 2009 will VW knapp 50 Prozent an Porsche übernehmen und dafür 3,9 Mrd. Euro zahlen. Bis 2011 soll die Sportwagenschmiede als zehnte Marke in den VW- Konzern eingegliedert werden. Zur Refinanzierung plant VW die Erhöhung des Vorzugskapitals im ersten Halbjahr 2010 und will sich dies auf einer außerordentlichen Hauptversammlung Anfang Dezember genehmigen lassen.
Ausblick: Marktanteile ausbauen
Für 2009 geht Europas größter Autobauer weiterhin davon aus, im Vergleich zum Gesamtmarkt besser abzuschneiden und in der Krise Marktanteile zu gewinnen. Der Umsatz werde wegen des schwächeren Absatzes unter dem des Vorjahres liegen. Steigende Refinanzierungskosten und ein größerer Anteil von kleineren Autos mit geringerer Marge belasteten das Ergebnis zusätzlich, hieß es.
(Ag./ebl)