„Pille danach“ bald rezeptfrei

Gesundheitsminister Stöger: Alles in Vorbereitung.

WIEN (red./APA). Nach jahrelangen Diskussionen soll die „Pille danach“ nun bald auch in Österreich rezeptfrei erhältlich sein. Dafür haben sich Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Gesundheitsminister Alois Stöger (beide SPÖ) in einer parlamentarischen Anfragebeantwortung an die Grünen ausgesprochen.

Eine diesbezügliche Verordnung könnte relativ rasch erlassen werden. Der Gesundheitsminister wartet allerdings noch auf die Empfehlung der Rezeptpflichtkommission, wie eine Sprecherin Stögers am Dienstag sagte. Dazu müsse zunächst die Herstellerfirma bei der Rezeptkommission einen Antrag auf Rezeptfreiheit stellen, was bisher noch nicht geschehen sei. „Es ist aber alles in Vorbereitung, der Minister steht dem positiv gegenüber.“

Die Grünen fordern Stöger nun auf, diese Ansagen auch in die Tat umzusetzen, wie Frauensprecherin Judith Schwentner am Dienstag erklärte. Denn die „Pille danach“ ist derzeit zwar trotz Rezeptpflicht in Notfällen erhältlich – die Betroffene muss den Apotheker aber davon überzeugen, dass ein Notfall vorliegt.

In Österreich ist die „Pille danach“ seit 2000 im Handel. Die Erfolgsquote dieses Medikaments hängt stark vom Zeitpunkt der Einnahme ab. Die erste Tablette muss spätestens 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden, die zweite zwölf Stunden danach. Eine bereits eingetretene Schwangerschaft wird durch die „Pille danach“ nicht abgebrochen, auch eine schädigende Wirkung auf den Embryo kann ausgeschlossen werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.10.2009)