Im laufenden Steuerjahr ging das Bruttoinlandsprodukt noch um 3,2 Prozent zurück. Für die nächsten drei Jahre rechnet die Bank of Japan mit einer Deflation.
Japan wird nach Einschätzung der Zentralbank mindestens drei Jahre lang eine Phase fallender Preise bei zugleich moderatem Wirtschaftswachstum durchlaufen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte im Fiskaljahr 2010/2011 (ab 1. April) um 1,2 Prozent zulegen, teilte die Bank of Japan (BoJ) mit. In diesem Jahr wurde ein Rückgang um 3,2 Prozent verzeichnet. Im folgenden Jahr dürfte sich das Wirtschaftswachstum angesichts einer moderaten Erholung der Weltwirtschaft um 2,1 Prozent beschleunigen.
Eine dauerhafte Erholung des privaten Binnenkonsums sei jedoch bis zur zweiten Hälfte des Fiskaljahres 2011/2012 nicht zu erwarten, hieß es. Das Deflationstempo werde sich jedoch über die nächsten drei Jahre abschwächen. Es sei denn auch "unwahrscheinlich", dass der Rückgang der Preise einen Abwärtsdruck auf die Wirtschaftsaktivitäten ausüben werde, so die Zentralbank weiter. Demnach dürften die Verbraucherpreise, ausgenommen die für Lebensmittel, in diesem Fiskaljahr um 1,5 Prozent sinken, im nächsten Jahr um 0,8 Prozent und im darauffolgenden Jahr dann nur noch um 0,4 Prozent zurückgehen.
Vor diesem Hintergrund beschloss die BoJ am Freitag, einige der im Herbst vergangenen Jahres wegen der Weltwirtschaftskrise in Kraft gesetzten Finanzhilfen für Unternehmen wie geplant zu beenden. So soll das Ankaufprogramm der Zentralbank für Unternehmensanleihen zu Ende Dezember auslaufen. Allerdings wird die Zentralbank privaten Finanzinstituten über Geldmarktoperationen auch weiterhin unbegrenzte Mittel zu extrem niedrigen Kosten zur Verfügung stellen, um der Wirtschaft zu helfen. Diese Maßnahmen wurden bis Ende März verlängert. Zugleich beließ die BoJ ihren Leitzins wie erwartet bei 0,1 Prozent.
(APA)