Pinke Studenten: „Die ÖH ist Teil des Problems“

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Die Junos wollen erreichen, dass die jetzige ÖH-Konstellation keine Mehrheit mehr hat. Sie fordern Studiengebühren - die nach dem Abschluss gezahlt werden.

Die pinken Studenten gehen mit harten Worten gegen die Hochschülerschaft in Wahl derselben: „Die ÖH ist Teil des Problems“, sagte Junos-Spitzenkandidat Yannick Shetty am Dienstag. „Die ÖH beschäftigt sich nur mit sich selbst statt mit den Anliegen der Studenten. Die ÖH blockiert die Reformen, die die Missstände an den österreichischen Universitäten beseitigen können“, meint er. In der Regierung scheine in punkto Hochschulpolitik endlich etwas weiterzugehen. „Und die Bundes-ÖH macht sinnlose Demos.“ Das Ziel der Junos für die ÖH-Wahl im Mai ist denn auch, „dass die jetzige Konstellation in der Bundes-ÖH keine Mehrheit mehr hat.“

Gelingen soll das mit einer Dreierspitze aus Juristen: Spitzenkandidat ist Yannick Shetty. Der 21-Jährige hat indisch-koreanische Wurzeln, ist in Innsbruck aufgewachsen und studiert Wirtschaftsrecht an der WU sowie Jus an der Uni Wien. Mit 20 Jahren wurde er in der Josefstadt für die Neos Wiens jüngster Klubchef. Flankiert wird er von Martha Baftaj (20), die in Graz Jus studiert, und Katharina Kainz (23), die an der Uni Wien Jus und Politikwissenschaften studiert.

Die Junos gehen mit drei konkreten Forderungen in den ÖH-Wahlkampf: Nachgelagerte Studiengebühren von maximal 500 Euro, die erst ab einem Nettoeinkommen von 1100 Euro zurückgezahlt werden müssen. Zugangsbeschränkungen auf Basis von unterschiedlichen Kriterien wie Motivationsschreiben, Notenschnitt oder Vorstellungsgespräch. Und einen Ausbau der Studienbeihilfe und der Leistungsstipendien. Dass es auch vonseiten des Bundes mehr Geld für die Hochschulen brauche, verstehe sich von selbst, so Shetty.

„Jeder Maurer zahlt unser Studium“

Nachgelagerte Studiengebühren würden nicht nur den Unis bis zu 380 Millionen Euro pro Jahr bringen. Sie seien auch „das Gerechteste, was man machen kann“, so der pinke Spitzenkandidat. „Jetzt ist es so, dass jeder Arbeiter, jeder Maurer unser Studium bezahlt – und wir profitieren davon.“ Die Junos orientieren sich dabei am australischen Modell: Die Gebühren werden erst nach Abschluss des Studiums fällig. Es gibt einen Freibetrag von 1100 Euro netto. Darüber werden acht Prozent zurückgezahlt. Ist die Summe nach 30 Jahren nicht zurückbezahlt, zahlt der Staat.

Wie viel Prozent sie bei der Wahl anpeilen, wollen die Junos – die bei der vorigen ÖH-Wahl 11,2 Prozent machten – nicht genau sagen. Klar sei jedenfalls: „Wir treten nicht an, um zwei Jahre in der Opposition zu sein“, sagte Shetty. Die Junos vollen vielmehr „mit der Regierung Reformen anpacken“ Eine Koalition auf Bundesebene könnten sich die Junos „mit fast allen“ vorstellen, „außer mit linksradikalem und rechtsradikalem Rand“. Gemeint sind Kommunisten und der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS).

(beba)