Ein Wiener an die Opel-Spitze?

Herbert Demel, Sanierer bei Audi, VW und Fiat, wird als heißer Tipp für die Leitung des deutschen Autokonzerns gehandelt.

In Deutschland pfeifen es schon die Spatzen vom Dach, aber hierzulande hüllt sich die Konzernspitze noch in Schweigen: Wenn Magna erst einmal Opel tatsächlich übernommen hat, soll der Wiener Herbert Demel die Opel-Leitung übernehmen. Das wäre dann wohl die letzte große Sanierungsaufgabe des 56-jährigen Sohnes eines Psychoanalytikerpaares, der zuerst Rennfahrer werden wollte, dann aber Techniker wurde.

Eine stetige Karriere kann man Demel nicht nachsagen. Der Wiener ist zwar im Umgang unkompliziert, aber in der Sache hart – auch zu seinen Chefs. Darum hat sein Werdegang viele Stationen: zuerst Assistent an der TU Wien, ab 1984 bei Bosch in Deutschland. 1990 zu Audi, wo der Abteilungsleiter schon nach drei Jahren in den Vorstand einzieht und 1995 dort die Leitung übernimmt. Er saniert Audi, wird vom machtbewussten Vorstand des Mutterkonzerns VW, Ferdinand Piëch, 1997 nach Brasilien weggelobt, saniert auch dort, wird aber bei der Nachbesetzung Piëchs übergangen und wechselt 2002 zu Magna Steyr.

Aber auch da hält es ihn nicht lange, weil er 2003 als Sanierer an die Spitze der Autosparte des Fiat-Konzerns geholt wird. Demel erschüttert die kalkigen Hierarchien des maroden Riesen – und nimmt 15 Monate später den Hut, weil er sich mit Fiat-Boss Sergio Marchionne über das Sanierungstempo nicht einig werden konnte. Seitdem ist Demel wieder bei Magna, wo er den Wachstumsbereich Vehicles und Powertrain leitet. Für einen, der mit 42 Jahren schon Audi-Chef war, eigentlich nur eine Warteposition – die sich bald gelohnt haben könnte. mip

ZUR PERSON
Name: Dr. Herbert Demel

Geboren am: 14. Oktober 1953

Karriere: beeindruckend, holprig. [Bruckberger]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2009)

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