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Italienische Jugend wird erst mit 38 Jahren selbstständig

Hundreds of students came together to celebrate the last day of school It s tradition to bathe in t
Studenten in Italien(c) imago/Independent Photo Agency (imago stock&people)
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Laut einer Studie könnte sich die Situation noch verschlimmern. Die langen Ausbildungszeiten und mangelnden Jobs machen die Unabhängigkeit immer schwieriger.

Die treuesten Gäste im Hotel Mama leben laut EU-Zahlen in Ost- und Südeuropa. Am längsten verließen sich demnach mit einem durchschnittlichen Auszugsalter von 32 Jahren die Nesthocker in Kroatien auf Herd, Kühlschrank und Waschmaschine der Eltern. Nun zeigt eine Studie , dass die jungen Italiener immer länger brauchen, um selbstständig zu werden. Wegen der langen Ausbildungszeiten und den mangelnden Jobs braucht ein Jugendlicher etwa 18 Jahre, um eine einigermaßen stabile Stelle zu erlangen. Vor dem 38. Lebensjahr erreichen die jungen Italiener keine Autonomie, geht aus einer neu veröffentlichten Studie der Stiftung Visentini hervor.

Die Studie, die in der römischen Universität LUISS vorgestellt wurde, befasste sich mit der Kluft zwischen den Generationen in Italien. Die Lage dürfte sich in den nächsten Jahren demnach noch verschlimmern. Bis 2030 könnte ein 20-Jähriger sogar 28 Jahre brauchen, um sich stabile Arbeitsverhältnisse zu sichern, somit wäre er schon fast 50 Jahre alt, geht aus der Prognose hervor.

Die Stiftung rief die Regierung zu einem "Pakt zwischen den Generationen" auf. Demnach sollten die reicheren Pensionisten stärker besteuert werden und Steuerentlastungen für Unternehmen finanziert werden, die Jugendliche beschäftigen, hieß es im Vorschlag der Stiftung. Die Jugendarbeitslosigkeit in Italien liegt seit Jahren bei 40 Prozent.

Arbeitsminister Giuliano Poletti meinte, Italien müsse verstärkt die Jugend bei der Suche nach einem Job am Ende der Ausbildungsphase zu unterstützen. Gewerkschaftschefin Susanna Camusso kritisiert die Regierung. "Sie spricht zwar ständig von den Jugendlichen, tut aber fast nichts für sie", so die Chefin des Gewerkschaftsverbands CGIL.

(APA)