CIT: "Keine Verschärfung der Krise, sondern Altlast"

People walk past the headquarters of CIT Group in New York
People walk past the headquarters of CIT Group in New York(c) Reuters (Natalie Behring)
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Der in die Pleite geschlitterte US-Mittelstandsfinanzierer CIT will im Zuge eines geordneten Insolvenzverfahrens einen raschen Neustart wagen. Experten sprechen von einer "Operation am offenen Herzen".

Der wichtige US-Mittelstandsfinanzierer CIT hat am Sonntag Insolvenz beantragt. Es handelt sich um die größte Pleite eines US-Finanzhauses seit den Zusammenbrüchen der Investmentbank Lehman Brothers und der einst führenden US-Sparkasse Washington Mutual im September 2008 - die fünftgrößte in der US-Geschichte überhaupt. Die CIT-Krise trifft die USA in einem Moment, da die größte Volkswirtschaft der Welt nach der Rezession gerade wieder eine Phase des Wachstums erreicht.

"Operation am offenen Herzen"

Mit einem geordneten Insolvenz-Verfahren nach dem sogenannten "Chapter 11" will das Unternehmen nun mit Hilfe des US-Investors Carl Icahn Altlasten abwerfen und einen raschen Neustart versuchen. "Diese marktfreundliche Lösung erlaubt es uns, die Reorganisation gut vorbereitet beginnen zu können und uns für eine schnelle Rückkehr zu positionieren", sagte dazu CIT-Chef Jeffrey M. Peek. CIT will innerhalb von zwei Monaten wieder aus dem Insolvenzverfahren heraus sein.

Die Rettung eines Finanzhauses dieser Größe über eine geordnete Insolvenz gilt bei Experten als in dieser Art "erstmalig" und "Operation am offenen Herzen". Bislang wurde sie nur bei Industrieunternehmen wie General Motors angewendet.

CIT ist eine Altlast, aber eine teure

Tatsächlich hat der Fall aber wenig zu tun mit der Pleite von Lehman Brothers - also jener globalen Investmentbank, deren Schließung im September 2008 beinahe das ganze Weltfinanzsystem mit in die Tiefe gerissen hätte. Denn CIT ist am US-Markt tief verwurzelt, während Lehman global mit allen großen Banken verflochten war. "CIT ist kein Zeichen für eine erneute Verschärfung der Finanzkrise - sondern eher eine Altlast", schreibt folglich auch "Welt".

Für tausende US-Klein- und Mittelunternehmen bedeutet die CTI-Pleite aber, dass es zunehmend schwerer wird, an Darlehen zu kommen. Die US-Steuerzahler zahlen drauf: Die 2,3 Milliarden Dollar, die CIT aus dem Bankenrettungspaket gewährt wurden, sind wohl verloren.

Finanzierer für eine Million US-Unternehmen

Der Finanzierer versorgt rund eine Million US-Unternehmen mit Krediten. CIT ist aber auch im Geschäft mit dem Leasing und der Finanzierung von Flugzeugen und Güterwaggons tätig.

(Ag./Red.)

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