Letzter Abschlag in Südafrika

26 Jahre nach seinem Produktionsende in Deutschland wird der VW GolfI künftig auch in Südafrika nicht mehr vom Band laufen.

Reisen nach Mexiko oder Südafrika hatten für Europäer bisher oft einen richtigen „Zeitmaschinen-Effekt“. So geschah es nicht selten, dass der Tourist am Flughafen von Mexiko-City in ein Taxi stieg und das erste Mal seit mehr als 30 Jahren wieder in einem relativ neuen VW Käfer saß. Ähnliches in Kapstadt oder Johannesburg. Wer bei der Mietwagenfirma die günstigste Fahrzeugklasse bestellte, erhielt keinen kleinen Koreaner oder Japaner, sondern einen fabriksneuen VW GolfI. Ein Auto, das hierzulande meist nur noch am Schrottplatz zu finden ist.

Wie der Käfer, der nach seinem Produktionsende in Deutschland 1978 noch bis 2003 in Mexiko hergestellt wurde, überlebte auch der „Einser-Golf“ sein deutsches Produktionsende 1983 im südafrikanischen Exil für 26 Jahre. Als „Citi Golf“ lief der Ur-Golf seit 1978 in einem Werk nahe Port Elizabeth zumindest äußerlich nahezu unverändert vom Band. Unter der Karosserie verbarg sich seit gut 15 Jahren jedoch die Technik des kleineren VW-Bruders Polo.

Nun ist es nicht so, dass es in Südafrika keine Golf der Versionen II bis VI gäbe. Die Produktion des GolfI wurde mit der Einführung des ersten Nachfolgers sogar kurzfristig eingestellt. Dieser war den meisten Käufern jedoch zu teuer. Und daher wurde die Produktion des „Einser“ als Sparefroh-Auto zum Preis von rund 6000 Euro wieder aufgenommen. Doch nun ist auch dieses Kapitel vorbei. Am Montag erklärte VW Südafrika, dass die Produktion des „Citi Golf“ demnächst auslaufen wird. jaz

ZUR PERSON
Name: GolfI, abgeleitet vom Golfstrom

Geboren: 1974 in Deutschland

Nachkommen: Versionen II bis VI in mehr als 25 Millionen Exemplaren [EPA]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.11.2009)

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