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Trump soll Merkel 346 Mrd. Euro "Nato-Schulden" verrechnet haben

Merkel und Trump in Washington.
Merkel und Trump in Washington.APA/AFP/SAUL LOEB
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Ein "Sunday Times"-Artikel besagt, der US-Präsident soll der deutschen Kanzlerin eine Rechnung für zu geringe Verteidigungsausgaben ausgestellt haben. Beide Länder dementieren.

Die Mitgliedsstaaten der Nato dürften sich im Ernstfall nicht einfach auf die USA verlassen, sondern müssten selbst mehr für ihre Verteidigung ausgeben - so lautet der bekannte Vorwurf von US-Präsident Donald Trump an die europäischen Bündnispartner. Blieb es bisher schlicht bei Drohungen, soll der Staatschef in seinen Forderungen nun einen Schritt weiter gegangen sein.

Trump soll der deutschen Kanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch in Washington Mitte März eine Rechnung über mehr als 300 Milliarden Pfund (etwa 346 Milliarden Euro) ausgestellt haben. Das berichtete die "Sunday Times" unter Berufung auf deutsche Regierungskreise. Die Rechnung sei für das Geld, das Deutschland der Nato schulde. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte Montag, der Bericht der Londoner Tageszeitung "Times" treffe nicht zu. Auch aus dem Weißen Haus hieß es, der Bericht sei "falsch".

Ein deutscher Minister soll die Rechnung, die Trump Merkel während privater Gespräche in Washington überreichte, als "empörend" bezeichnet haben. „Die Idee hinter solchen Forderungen ist es, die andere Seite zu provozieren, aber die Kanzlerin nahm das gelassen und wird auf solche Provokationen nicht reagieren“, sagte der Minister der "Sunday Times". "Das Bündnis ist kein Club mit einer Mitgliedsgebühr", habe eine Merkel-nahe Quelle kritisiert. Der Präsident habe sehr "unorthodoxe Ansichten" über die Nato-Verteidigungsausgaben.

Rechnungen auch für andere Länder

Trump hatte mehrere Nato-Staaten, darunter auch Deutschland, kritisiert, nicht das 2014 vereinbarte Budget von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigungsausgaben auszugeben. Bisher erreichen dieses Ziel innerhalb der Nato nur die USA, Griechenland, Estland, Großbritannien und Polen.

Nun soll Trump Deutschland die zu geringen Militärausgaben seit 2002 verrechnet haben - inklusive Zinsen. Der US-Präsident habe 2002 als Startpunkt gewählt, da der damalige Kanzler Gerhard Schröder in diesem Jahr höhere Militärausgaben versprochen habe. Angeblich soll Trump ähnliche Berechnungen für alle anderen Nato-Staaten erstellt haben, die das zwei-Prozent-Ziel nicht erreicht haben.

Wie hoch die Forderungen Trumps sind, zeigen die jährlichen Steuereinnahmen des deutschen Bundes. Für dieses Jahr habe das deutsche Finanzministerium Einnahmen in Höhe von 329 Milliarden Euro geplant, berichtet die "Welt". Das Verteidigungsministerium erhalte davon 11,5 Prozent, etwa 38 Milliarden Euro.

>>> Artikel in die "Welt".

>>> Bericht der "Sunday Times".

(maka)