Russische Luftwaffe darf iranische Basen nützen, um Angriffe auf Rebellen in Syrien zu fliegen.
Moskau/Teheran. Der Iran und Russland verstärken ihre ohnehin intensiven Bande. Am gestrigen Dienstag hat Präsident Wladimir Putin seinen iranischen Amtskollegen Hassan Rohani in Moskau empfangen. Wirtschaftliche Zusammenarbeit, Nuklearenergie, Verkehr – Rohani hatte schon im Vorfeld seines Aufenthaltes die Wichtigkeit gemeinsamer Projekte betont. Bereits zum neunten Mal traf er Putin. Beide Länder unterstützen in Syrien Machthaber Bashar al-Assad, und auch hier wollen Moskau und Teheran näher zusammenrücken.
Entscheidung von Fall zu Fall
Der Iran bietet Russland die Nutzung von Militärstützpunkten an, um gezielte Luftangriffe auf die Gegner Assads fliegen zu können. Bei der Verwendung iranischer Fliegerhorste will Teheran von Fall zu Fall Moskau eine Erlaubnis geben. „Russland hat keinen Stützpunkt im Iran. Wir haben eine gute Zusammenarbeit, und sollten die Russen beim Kampf gegen Terrorismus auf iranische Einrichtungen angewiesen sein, werden wir darüber von Fall zu Fall entscheiden“, sagte der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif. Bisher hat Moskau die Truppen Assads mit der Luftwaffe unterstützt, während der Iran schiitische Milizen geschickt hat.
Russland dehnt seinen Einfluss im Nahen Osten nicht nur über den Iran aus. Die Beziehungen zu der Türkei und zu Israel sind wieder intensiver, auf Handelsebene – Öl und Waffen – verzeichnet Moskau rege Aktivitäten mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Irans Erzfeind Saudiarabien. (ag./red.)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.03.2017)