Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Europa

Österreichs Eigentore im Bemühen um Zuschlag für EU-Agentur

OESTERREICHISCHE POSTSPARKASSE
Das von Otto Wagner geplante Gebäude der ehemaligen Postsparkasse ist einer der möglichen Standorte für die EU-Agentur in Wien.(c) APA (HARALD SCHNEIDER)
  • Drucken

Wien hätte gute Chancen, die in London stationierte Arzneimittelagentur zu übernehmen, würde die Regierung nicht Osteuropa verärgern.

Wien/Brüssel. Die jüngsten Vorstöße der Bundesregierung für eingeschränkte Sozialleistungen an EU-Arbeitnehmer (Außenminister Kurz) und die Weigerung, Flüchtlinge aus Italien und Griechenland zu übernehmen (Verteidigungsminister Doskozil), könnten ein diplomatischer Bumerang werden. Denn Wien bemüht sich gleichzeitig um den Zuschlag für die aus London abziehende EU-Arzneimittelagentur (EMA). In diplomatischen Kreisen wird bereits auf mögliche Junktims verwiesen. Sollte sich Österreich bei der Agentur durchsetzen wollen, werde es die Zustimmung aller EU-Partner – auch der Osteuropäer – brauchen, heißt es aus Brüssel. Und die habe es eben erst durch die angekündigte Kürzung von Familienbeihilfen und weiteren Sozialleistungen vergrault. Ungarns Sozialminister, Zoltán Balog, hat mit Gegenmaßnahmen gedroht, auch Prag und Bratislava haben Protest gegen die aus ihrer Sicht diskriminierenden Maßnahmen eingelegt.