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Willkommen in der Realität!

Der Kanzler will Zugangsregelungen an den Universitäten. Und er hat damit recht.

Man muss Werner Faymann zu seiner überraschend unpopulistischen Ansicht gratulieren, auch wenn die SPÖ-Studenten geschockt sind. Ja, wir brauchen leider Zugangsregelungen an den Unis! Natürlich bedeutet das Studienplatzbeschränkungen (was die SPÖ dementiert). In weltweiten Rankings schneiden Massengratisuniversitäten nämlich selten hervorragend ab. Folgerichtig sind nur jene heimischen Universitäten ernsthaft konkurrenzfähig, die Aufnahmebeschränkungen haben, wie die Kunst-Unis, die das seit Jahrzehnten praktizieren. Am Salzburger Mozarteum kommen nur knapp fünf Studenten auf einen Professor, an der WU hingegen über 44. Auch an der Publizistik mit aktuell über 7000 Inskribierten kann man weder qualitätsvoll studieren noch lehren, ganz abgesehen von der Frage, wo es Jobs für tausende Publizisten gibt. Es ist im Sinne der Studierenden, wenn Eingangsphasen samt Abschlussprüfung existieren, die man unfreundlich auch „Knock-out-Prüfung“ nennen kann.

Keine Zugangsregelungen braucht es hingegen in technisch-naturwissenschaftlichen Studien, die eher zu wenig Hörer haben. (Vielleicht, weil diese Fächer an den Schulen oft so abschreckend unterrichtet werden.) Möglicherweise kommt die SPÖ eines Tages sogar darauf, dass auch Studiengebühren okay sind. Die Mittelschicht ist bereit, diese Gebühr für ihre Kinder zu zahlen – und Ärmere bekommen ohnehin Stipendien. Also, wo ist das Problem?


martina.salomon@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.11.2009)